Anhänger des französischen Nationalsports schieben „ruhige Kugel”

Von: Christoph Hahn
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Schieben gerne eine „ruhige Kugel”: Ptanque-Spieler beim „Gurkenturnier” im Dürener Willy-Brandt-Park. Foto: Hahn

Düren. Klack, klack, klack. Immer wieder dringen solide metallische Töne aus dem Dürener Willy-Brandt-Park und können sogar den Verkehrslärm der über die nahe Johannesbrücke fahrenden Autos durchdringen.

Und in der Tat: Hinter dem Restaurant haben sich Scharen von Menschen versammelt, um einem französischen Nationalsport zu huldigen: dem Pétanque-Spiel, einer Boule-Variante.

„Gurkenturnier” heißt der Wettbewerb, der - organisiert von den Ptanque-Freunden Düren - in diesem Jahr zum 29. Mal ausgetragen wird. Sein kurioser Name beruht auf einem Hörfehler in der Anfangszeit. Aus „Cochonette”, dem französischen Namen der auch als „Schweinchen” bekannten Zielkugel, wurde „Cornichon” und daraus die „Gurke”.

Doch es waren alles Andere als Gurkentruppen, die sich am Samstag und Sonntag im Park zusammenfinden. Weit über 200 Spieler aus Belgien, den Niederlanden, und Deutschland - Männer und Frauen -Êversammelten sich in geselliger Runde und kämpften im Wettstreit darum, mit ihren metallenen Kugeln dem „Schweinchen” nahe zu kommen und dabei, wo möglich, die Kugeln des oder der Kontrahenten zu verschieben.

Klub- und Freizeitspieler finden sich in Düren zusammen. „Lizenzfrei” heißt ein solches Turnier. Und darum gibt es auch keinen Schiedsrichter, wie einer der Aktiven, Michael Schmitz, erklärt: „Kommt es einmal zwischen den Spielern zu einer Meinungsverschiedenheit, dann werden die untereinander geklärt.” Ein besonders aufbereitetes Gelände wie beim Fußball oder Tennis brauchen die Freunde der ruhigen Kugel übrigens nicht: Wer diese Sportart betreiben will, benötigt vom Preis der Ziel- und Eisenkugeln einmal abgesehen, kaum Geld auszugeben und kann sich im Prinzip auf (fast) jedem Boden diesem Freizeitspaß à la France hingeben.

Was die Pétanque-Jünger in Düren reichlich aufbrachten, kann kein Euro und kein Dollar kaufen: Muße, denn hier können Partien dauern - zumal, wenn sie bei Turnieren wie dem in Düren gleich in zwei Varianten angeboten werden: mit zwei Spielern (Doublette) oder zu dritt (Triplette). Im Willy-Brandt-Park jedoch schaut eh niemand auf die Uhr. Die Stimmung ist sehr lässig. Während der eine oder andere Mitspieler im mitgebrachten Campingstuhl ein Nickerchen hält und sich dabei vom Klackern der Kugeln nicht im Mindesten stören lässt, schlendern andere Teilnehmer umher, trinken ein Bierchen, schnabulieren eine Wurst oder versorgen sich an einem Stand mit neuen Boule-Artikeln. So besehen, ist dieses Gurkenturnier vor allem eines: ein Trainingslager in Sachen Gemütsruhe.
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