Angemerkt: Landeskunde für Fortgeschrittene

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Angemerkt: Landeskunde für Fortgeschrittene

Ein Kommentar von Sarah Maria Berners

Auf Urlaubsreisen mit dem Auto habe ich immer auch einen Blick auf die Kennzeichen der Wagen, die unser Wohnwagen-Gespann überholen.

Die Städtekürzel auf den Nummernschildern nutze ich gerne für einen kurzen Bildungsausflug in die Deutschlandkarte. Viele Kürzel sind bekannt, bei anderen habe ich nicht den blassesten Schimmer, für welche Stadt sie stehen könnten. Ein Blick auf die Liste und anschließend in den Atlas wird dann quasi zur Heimatlandkunde.

Die neue Regelung für Kennzeichen wird dabei zur Herausforderung. Während „K“, „B“ und „HH“ wohl deutschlandweit bekannt sind, würde ich mich mit den niedersächsischen Äquivalenten zu „SLE“, „MON“ und „JÜL“ doch ziemlich schwer tun. Schön ist es aber irgendwie, wenn man als Eifler am Schwimmbad im Ötztal ein Auto mit „MON“-Kennzeichen aus der lieben alten Heimat sieht – fein getrennt vom großen, fremden Landkreis. Oder wenn man in Süddeutschland von einem Jülicher überholt wird. Jetzt gibt es im Kreis Düren freie Kennzeichenwahl.

Vier Möglichkeiten stehen offen. Wer wo wohnt, lässt sich in Zukunft beim Kennzeichenlesen-Zeitvertreib auf der Autobahn nicht mehr sagen. Schließlich kann auch der Titzer mit „SLE“ durch die Landen düsen. Aber dann demonstriert das Kennzeichen eben nicht den Wohnort, sondern die gefühlte Heimat. Und vielleicht zählt die ja sogar noch ein bisschen mehr.

sm.berners@zeitungsverlag-aachen.de

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