Angela Stamm: Die Malerin ergänzt die vier Elemente

Von: Bruno Elberfeld
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Angela Stamm schenkt Bürgermeister Ingo Eßer das Gemälde „Teichhühner am Wasser“. Foto: bel

Kreuzau. „Diese Bilder unter der Überschrift „My Six Elements“ demonstrieren die Symbiose zwischen der Erdverbundenheit der Gemeinde Kreuzau und den Gemälden der Malerin Angela Stamm“, sagte Bürgermeister Ingo Eßer bei der Pressekonferenz, die die offizielle Eröffnung der Bilderschau im Rathaus war.

An den Wänden des langen Flurs im Verwaltungsgebäude erwarten den Besucher mittelformatige Acrylgemälde in der Größe 100 mal 50 Zentimeter, alle vertikal nebeneinander gehängt.

„Ich habe dieses Format und die exakte Ausrichtung der 42 Exponate gewählt“, erklärte Angela Stamm, „weil sie durch ihre Buntheit und Kraft schon recht aufregend wirken können.“

Thema der Ausstellung sind sechs Elemente, das sind die bekannten vier Elemente Wasser, Feuer, Luft und Erde, die von der Malerin in künstlerischer Freiheit durch Stein und Holz ergänzt wurden. Gegenständliches in Form von Gebäuden wie Burgen, Häuserzeilen oder Brunnen sind eingebettet in Abstraktes, das aber durch Anordnung und Symbolkraft als eines der Stammschen Elemente erkannt werden kann.

Eifelregion und Hohes Venn gaben und geben der Künstlerin auf ihren Wanderungen immer wieder Anschauungsmaterial, das sie fotografiert und verfremdet auf Leinwand aufbringt. Ihr Wohnort Untermaubach und umliegende Orte der Gemeinde Kreuzau und darüber hinaus spielen ebenfalls eine große Rolle.

Von ihrem Fenster am „Richelsberg“ blickt Angela Stamm über die nahegelegene Fabrik. Neben Obermaubach besuchte sie Boich, Simonskall, die Burg Hengebach in Heimbach sowie Drove. Das Heinrich-Böll-Haus in Langenbroich versetzte sie in afrikanisches Ambiente, in seiner Symbolhaftigkeit ein nachhaltiger Ausdruck.

Ein Feuerschlucker, ein Waldbrand, ein brennender Stier und der Ausbruch eines Vulkans wirken erregend wie nahezu jedes Feuer. Auch sonst sind die Tiere recht zahlreich vertreten: Haubentaucher, Kormorane auf einem Wasserfall, bunt wie eine gewaltige Verdichtung von Luftschlangen, ein Marabu, Krähen beim Flug, eine Amsel, auch schwarz, aber weniger laut als die Krähen, und dann der Biber.

Maulwürfe mit runden, schwarzen Gesichtern schauen den Betrachter recht düster an. Ein Oktopus zeigt wie ein Kaleidoskop seinen wässrigen Lebensbereich.

Doch auch leise Kritik der Künstlerin am Umweltbewusstsein vieler Menschen scheint durch. Der Mensch, so möchte es Angela Stamm mit ihrer Kunst zeigen, zerstört weltweit die Elemente, ohne die er nicht leben kann.

Verpestet

Jahrhundertealte Dörfer müssten den Interessen von Energiegiganten weichen. Wasser und Luft würden durch Umweltgifte täglich mehr verpestet. Der Boden erstarre durch Überdüngung und das irrsinnige Aufbringen von Pestiziden.

Historische Bauten würden dem Erdboden gleichgemacht. In Kriegen und durch bewusste Brandstiftungen sowie Brandrodungen werde das Feuer missbraucht, das Element, das den gewaltigen Fortschritt der Menschheit vor Jahrtausenden einläutete.

Alles dies und mehr kann der Besucher im Kreuzauer Rathaus wahrnehmen, wenn er genügend Zeit mitbringt, denn viele Szenen sind im ersten Augenblick nicht zu entschlüsseln.

Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 28. April zu den Öffnungszeiten der Verwaltung: Montag bis Freitag: 8.30 bis 12 Uhr, Dienstag 13.30 bis 16 Uhr, Donnerstag 13.30 bis 17 Uhr.

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