Düren - Angehende Friseure verwandeln Keller der Dürener Tafel in Salon

Angehende Friseure verwandeln Keller der Dürener Tafel in Salon

Von: Sarah Maria Berners und Stephan Johnen
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Mit Kamm und Schere: Friseur-Azubis haben am Montag den Kunden der Dürener Tafel kostenlos die Haare geschnitten. Foto: Stephan Johnen
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Die Haare von mehr als 120 Kunden der Dürener Tafel landeten am Montag auf dem Boden. Foto: Stephan Johnen

Düren. Normalerweise bestimmt das Klappern vom Stapeln der Lebensmittelkisten die Geräuschkulisse bei der Dürener Tafel. Am Montag aber mischten sich das Surren von Föhnen und Langhaarschneidern sowie das leise Ratschen von Scheren darunter.

25 angehende Friseure, Schüler des Nelly-Pütz-Berufskollegs, hatten den Keller der Dürener Tafel in einen „Friseursalon“ verwandelt. 124 Kunden hatten sich vorab für einen neuen Haarschnitt angemeldet, die Auszubildenden hatten also jede Menge zu tun.

„Manche Leute haben viel Geld, andere haben kaum welches. Es gibt Leute, die über diese Tatsache hinwegsehen“, sagte Yigit Atinkaya. Der Auszubildende aber möchte vor den großen Unterschieden in der Gesellschaft nicht die Augen verschließen, und hat sich deswegen dazu entschieden, die Aktion zu unterschützen. „Für mich ist es eine Kleinigkeit, jemandem die Haare zu schneiden“, sagte der junge Mann. Und wenn er damit anderen Menschen eine Freude bereiten könne, dann mache das auch ihn selbst glücklich.

Darüber hinaus war die Aktion für die Azubis aber auch sehr lehrreich, war es doch eine Herausforderung, mit anderem Licht und ohne großen Spiegel zu arbeiten. „In wenigen Wochen stehen Prüfungen an. Wir tun etwas für den guten Zweck, sammeln aber auch Erfahrung“, erklärte Azubi Hüseyin Bahfeci. Diese beiden Aspekte stellt auch Friseurmeister Ludger Uerlings in den Vordergrund. Mehrere Vertreter der Innung hatten die Aktion begleitet. „Falls mal eine Frisur gerettet werden muss“, sagte Uerlings augenzwinkernd. Doch die Auszubildenden beherrschten ihr Fach.

Die Kunden der Tafel haben sich sehr über die Aktion gefreut. Ein Friseurbesuch ist mit ihrem knappen Budget kaum möglich, viele greifen selbst zur Schere. „Ich bin seit zwei Jahren bei der Tafel, beim Friseur war ich schon viel länger nicht mehr“, bedankte sich Farid Sooudi bei den angehenden Friseuren für ihre besondere Spende.

Auch Marion Memmersheim war begeistert von der Aktion und sehr dankbar. „Ein Friseurbesuch ist für mich sonst etwas Belastendes“, erzählte sie. Sie wünscht sich, dass sich noch mehr Menschen aus anderen Berufsfeldern für Personen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, einsetzen.

Schon im vergangenen Jahr haben zwei Friseurmeisterinnen vor dem Weihnachtsfest zur Schere gegriffen, um den Tafel-Kunden eine Weihnachtsfreude zu bereiten. „Die Aktion ist im vergangenen Jahr unheimlich gut angekommen“, erinnert sich Edith Becker, die Vorsitzende der Dürener Tafel. Daher sei die Idee entstanden, sie noch auszuweiten: „Ein Friseurbesuch ist sehr teuer. Daher freut es mich, dass die Schüler sich bereiterklärt haben, unseren Kunden kostenlos die Haare zu schneiden.“

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