Angebot des Familienzentrums wird ausgebaut

Von: Martina Rippholz
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Kreuzau. Seit dem vergangenen Jahr sprießen sie aus dem Boden des Kreises Düren wie Grashalme: die vom NRW-Familienministerium geförderten Familienzentren.

Erst Ende 2008 eröffneten zwei neue, in Nörvenich in der Awo-Kindertageseinrichtung und in Düren als ein Verbund von fünf Kitas unter katholischer Trägerschaft.

Auf sie kommt viel Arbeit zu: Die Existenz des Zentrums muss publik gemacht, Angebote müssen ausgeweitet, Netzwerke geknüpft werden.

Diese stressige Anlaufphase haben die Mitarbeiter des Katholischen Kindergartens St. Heribert in Kreuzau bereits hinter sich. Seit über zwei Jahren ist ihre Einrichtung Familienzentrum, eines der ersten in NRW.

Sie nahm 2006 an der Pilotphase teil. Damals wurde getestet, ob die Idee, Kinderbetreuung mit Erziehungshilfen für Eltern zu verknüpfen, Schule machen kann. Und sie machte es, Schritt für Schritt, auch in Kreuzau.

Offen für alle

„Anfangs haben wir uns auf die Familien konzentriert, deren Kinder unseren Kindergarten besuchen”, erzählt Stephanie Zens, Leiterin des Kreuzauer Zentrums. „Wir mussten ausloten, welche Angebote angenommen werden.”

Gemeinsam mit der Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Nideggen bot St. Heribert offene Sprechstunden an, ein Elterncaf mit pädagogischen Themen wurde gegründet und ein Elternkurs geschaffen, in dem es um die praktische Umsetzung von Erziehungstipps ging. „Das Ganze lief zu Beginn schleppend an. Nur etwa 10 Prozent der Eltern machten davon Gebrauch,” sagt Zens.

Im Mai 2007 kam dann die Zertifizierung als offizielles Familienzentrum. Und mit diesem Gütesiegel vergingen auch die Anlaufschwierigkeiten. Nun standen die neuen Kurse und Aktionen allen Eltern in der Gemeinde Kreuzau offen. „Hier liegt der Sinn des Familienzentrums.

Jeder kann kommen und unser Angebot nutzen. Unabhängig davon, wo und wie ihr Kind tagsüber betreut wird”, betont Leiterin Zens. Und das Angebot ist breit gefächert.

Ganz im Sinne des Ziels der Landesregierung verbindet der St. Heribert Kindergarten Bildung, Erziehung und Betreuung mit der Beratung und Hilfe für Eltern. Die Palette reicht von Bewegungsföderung, über Koch- und Bastelkurse sowie Gesprächskreise für Alleinerziehende bis zu Vater-Kind-Aktionen.

So hämmerte man unter anderem gemeinsam ein Vogelhaus. „In vielen Familien finden Aktivitäten im Freien selten oder gar nicht statt”, erklärt Zens. „Da wollen wir motivieren.” Auch eine Elternspielgruppe soll zur Beschäftigung mit den Kindern anregen. Und zusätzliche Sprechstunden vermitteln Erziehungskompetenz.

„Wir merken einfach, dass bei den Eltern ein großer Beratungsbedarf besteht. Deshalb ist dieses Zentrum so sinnvoll.” Der Meinung waren mit Zens auch die sieben anderen pädagogischen Fachkräfte des Kindergartens und zahlreiche Institutionen und Ärzte, mit denen sie kooperieren.

So kommt etwa zweimal in der Woche eine Logopädin zu Besuch. Sie untersucht die Sprachentwicklung der Kinder und spricht mit den Eltern über Therapiemöglichkeiten.

Über Mund-zu-Mund-Propaganda hat sich das Familienzentrum in den letzten zwei Jahren rumgesprochen, viele Angebote sind voll besetzt. Stephanie Zens ist bisher sehr zufrieden.

Wünsche hat sie dennoch: „Wir müssen sozial benachteiligte Familien noch besser erreichen. Aber auch allgemein könnte das Zentrum noch stärker genutzt werden.”

Deshalb soll das Angebot weiter aufgestockt werden, unter anderem durch eine Notfallbetreuung für berufstätige Eltern mit Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren.
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