An einem Baum vor der Einfahrt scheiden sich die Geister

Von: Jörg Abels
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Günter Gajewski zeigt, dass er seinen Wagen nur mit mehrmaligem Rangieren aus der Garage fahren kann. Foto: Abels

Gürzenich. Wenn Günter Gajewski seinen Wagen aus der Garage fahren will, ist Maßarbeit gefragt. Zwei-, dreimal muss er rangieren und dabei zwangsweise über das Nachbargrundstück fahren, weil mitten vor seiner Garagenzufahrt ein mittlerweile stattlicher Baum in einem eingefassten Beet steht.

Aus Sicht von Günter Gajewski, der das Haus seit 2008 bewohnt, ein Schildbürgerstreich, der bis in die späten 80er Jahre zurückreicht. Damals hatte sein auswärts lebender Schwiegervater das Haus vermietet. Neben dem Haus habe zwar noch keine Garage gestanden, aber ein aus Holz errichteter Carport, betont der Gürzenicher.

Das aber habe die Stadt nicht gehindert, im Zuge des Ausbaus der Ratsstraße ein Baumbeet mitten vor die Einfahrt zu setzen. „Dort, wo die Anwohner sich zur Wehr setzten, wurden keine Beete angelegt“, stellt Gajewski fest. Vor dem Haus Nr. 8 seien dafür gleich zwei Bäume gepflanzt worden. Aus dem Rathaus heißt es dazu auf DZ-Nachfrage, dass die Beete nach erfolgter Beteiligung der Anwohner und Eigentümer angelegt wurden.

Gajewski berichtet, dass sein Schwiegervater erst auf die Maßnahme aufmerksam geworden sei, als das Beet bereits angelegt war. Als er protestierte, habe er zur Antwort bekommen, es sei alles rechtmäßig, das Beet könne aber auf seine Kosten wieder entfernt werden. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Als die Stadt 2004 nachträglich eine Baugenehmigung für die mittlerweile errichtete Garage erteilte, sei auf den Baum und die eingeschränkte Zufahrt hingewiesen worden, heißt es aus dem Rathaus.

Vom Angebot, den Baum auf Kosten des Anwohners zu entfernen, sei damals kein Gebrauch gemacht worden. „Ich könnte einen Antrag stellen und gegen die volle Kostenübernahme die Entfernung beantragen“, bestätigt Günter Gajewski. „Zusätzlich müsste ich aber auch noch eine Abstandszahlung für die Neuanpflanzung eines Baumes an anderer Stelle drauflegen. Mit anderen Worten, ich lege rund 5000 Euro auf den Tisch, damit dieser Unsinn beseitigt wird.“

Dazu erklärt die Stadt: „Da die Anwohner in die Planung einbezogen wurden, kann nicht Jahrzehnte später die Stadt für Dinge verantwortlich gemacht werden, die unter Einbeziehung der Bürger geplant wurden, zumal die Garage erst 2004 errichtet wurde.“ Der Baum hätte bei der Planung der Garage berücksichtigt werden müssen. Die Stadt verwehrt sich gegen den Vorwurf des Schildbürgerstreichs. Auch sei die Bepflanzung nicht willkürlich erfolgt.

Sein Angebot an die Verantwortlichen der Stadt, einmal sein Auto aus der Garage zu fahren, um sich selbst ein Bild von der unhaltbaren Situation zu machen, sei ausgeschlagen worden, berichtet derweil Günter Gajewski. „Über die Bezirksausschussvorsitzende habe ich erfahren, nach Begutachtung durch die Stadt könne die Garage genutzt werden, ausprobieren müsse man das nicht.“

Dass sich Günter Gaweski auch darüber ärgert, dass bei der Auswahl der Bäume seinerzeit offenbar nicht daran gedacht wurde, dass sie in die Breite wurzeln und immer wieder Gehwegplatten anheben, sei nur am Rande erwähnt.

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