An der Waldseilbahn scheiden sich die Geister

Von: Franz Sistemich
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Rund 200 Heimbacher Bürger interessierten sich am Donnerstag für das Thema Waldseilgarten und Seilbahn. Foto: Franz Sistemich

Heimbach. Das Haus des Gastes war rappelvoll: Rund 200 Heimbacher waren am Donnerstag gekommen. Angelockt hatte sie der geplante Kletterpark. In der Gesprächsrunde nahmen die Investorin und die Kritiker Stellung zu dem geplanten Projekt am Staubecken.

Die Existenzgründerin Sylvia Kalmuth aus Untermaubach möchte mit ihrer GmbH Grüner Salamander in einem Wald- und Wiesengebiet zwischen Jugendstil-Kraftwerk und dem Feriendorf Eifeler Tor am Ufer des Heimbacher Staubeckens einen Waldseilgarten und eine Seilbahn bauen; Investition: rund 250000 Euro. Das Projekt ist umstritten, speziell im Stadtteil Hasenfeld gibt es Widerstand.

Das Thema ist kein Neues in der Heimbacher Kommunalpolitik: 2012 hatte der Stadtrat, wie Bürgermeister Peter Cremer in Erinnerung rief, die Beschlüsse zur Aufstellung der Änderungen des Flächennutzungsplanes und des Bebauungsplanes einstimmig gefasst.

Die letzten Schritte zur Planreife wollte der Rat, der sich wie die Verwaltung zuvor mehrfach, ohne eine rechtliche Bindung einzugehen, positiv zu dem Vorhaben geäußert hatte, machen, wenn die Finanzierung zu 100 Prozent gesichert sei.

Weil die Investorin glaubhaft versichert habe, dass die Finanzierung stehe, stünden nun die nächsten planungsrechtlichen Schritte an, erläuterte Cremer. Dazu gehöre, sich mit den rund 200 Bedenken und Anregungen zu befassen, die Bürger bei der Offenlegung vor drei Jahren geäußert hätten.

Weil zwölf der 22 Ratsmitglieder nach der Kommunalwahl im Mai neu dem Gremium angehören, lud der Bürgermeister Donnerstag zu einer informellen Anhörung der Stadtvertretung ein, bei der die Investorin und Kritiker ihre Standpunkte vortrugen, die Bürger Fragen stellen konnten.

Cremer unterstrich zunächst die Bedeutung des Tourismus für Heimbach: 2012 erwirtschaftete der Tourismus in Heimbach einen Bruttoumsatz von 14,2 Millionen Euro, 6,6 Millionen Euro betrug das Einkommen. 310 Vollzeitarbeitsplätze biete deshalb der Tourismus, der durch das Ressort weiteren Aufschwung erhalten habe.Cremer betonte, dass der Tourismus weiter vorangebracht werden solle mit Attraktionen wie eben einem Waldseilgarten.

Der soll, so Kalmuth, auf einem 30 mal 45 Meter großen Terrain aus einem Einweisungsparcours und fünf in sich abgeschlossenen Rundwegen verschiedener Schwierigkeitsgrade bestehen. Die Kletterzeit betrüge rund 2,5 Stunden.

Außerdem gebe es eine 175 Meter lange Seilbahn von einem Weidestück oberhalb bis in den Kletterwald. Zwischen März und Oktober solle der Kletterwald geöffnet sein. Die Öffnungszeiten lägen maximal zwischen 10 und 19 Uhr. Montags sei die Anlage geschlossen. 10000 Besucher seien nötig, um wirtschaftlich zu arbeiten.

Drei Männer vertraten, bevor Politiker und Bürger Fragen stellten, die Position der Kritiker. Grundsätzlich hätten sie nichts gegen einen Klettergarten, aber der Standort sei eindeutig der falsche, sagten Boris Jörgens, Michael Müller und Holger Beck.

Sie begründeten – unterstützt vom Beifall der meisten Anwesenden – ihre ablehnende Haltung auch mit der Lärmbelästigung, Verkehrsbelastungen auf der engen Kleestraße, Zerstörung der einzigartigen Natur und der Angst vor sozialem Unfrieden. Serge van der Heijden, der Manager des Feriendorfes, begrüßte dagegen das Vorhaben von Sylvia Kalmuth.

Der Stadtrat wird sich am Donnerstag, 11. Februar, mit dem Waldseilgarten beschäftigen.

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