Amprion verspricht: Es wird nicht lauter

Von: Jörg Abels
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Die Animation der Firma Amprion zeigt, wie die modernisierte und um die Konverterstation des Alegro-Projekts erweiterte Umspannanlage Oberzier einmal aussehen soll. An der Nord- und Ostseite Richtung Niederzier und Berg soll eine meterhohe Hecke Sichtschutz bieten. Repro: Abels

Oberzier. Die erste deutsch-belgische Strombrücke rückt näher. Alegro heißt das Projekt, in das der deutsche Übertragungsnetzbetreiber Amprion und sein belgischer Partner Elia bis 2019 rund eine Milliarde Euro investieren wollen, um insbesondere die Stromversorgung Belgiens zu sichern.

„Wir stehen unmittelbar vor der Einreichung der Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Köln“, erklärte Amprion-Sprecher Dr. Andreas Preuß am Rande einer Bürgerinformation in Huchem-Stammeln. 2017 soll mit dem Bau der 100 Kilometer langen Erdkabelverbindung begonnen werden, die von der Umspannanlage Oberzier mit größtmöglichem Abstand zu den Ortschaften Oberzier und Huchem-Stammeln zunächst zur A4 und dann entlang der Autobahn Richtung Belgien verlaufen wird.

Den besorgten Landwirten, die auch Fragen zur Entschädigung und zum Betretungsrecht hatten, versprachen die Amprion-Verantwortlichen eine bodenschonende Verlegung des Kabels. „Wir werden den Boden Schicht für Schicht abheben, das Erdmaterial getrennt neben dem Graben lagern und später in umgekehrter Reihenfolge wieder ausbringen“, erklärte Preuß. So bleibe die Struktur des Bodens erhalten.

Nicht verhehlen wollte der Sprecher, dass sich das etwa zwei Meter tief in der Erde liegende Kabel im Betrieb auf bis zu 70 Grad erwärmt und elektromagnetische Felder erzeugt. Beides aber stünde einer weiteren Bewirtschaftung der Ackerflächen nicht im Wege. „Feldversuche der Uni Freiburg haben gezeigt, dass die maximale Erwärmung an der Bodenoberfläche zwei Grad beträgt“, betont der Amprion-Sprecher. „Damit sind die jahreszeitlichen und wetterbedingten Temperaturschwankungen deutlich größer als die Einflüsse des Kabels.“

Und die vom Kabel ausgehende elektromagnetische Strahlung sei nur geringfügig größer als die des natürlichen Magnetfeldes der Erde und betrage nur etwa ein Zehntel der erlaubten Strahlung, die in der Bundes-Immissionsschutzverordnung als Grenzwert definiert wurde. Während beim Erdkabel der Metallmantel die Strahlung abschirmt, sind es bei der Konverterstation die eingesetzten Baumaterialien.

Der Konverter, der in einer Halle mit einer maximalen Grundfläche von 6500 Quadratmetern und einer Höhe von 18 Metern untergebracht wird, wandelt den Wechselstrom aus dem Amprion-Höchstspannungsnetz (380.000 Volt) in Gleichstrom um, der mit weniger Verlusten über das Erdkabel transportiert werden kann.

Die große Konverterhalle (Kosten: rund 250 Millionen Euro) wird im bisherigen Zufahrtsbereich der Umspannanlage errichtet und wie das Umspannwerk selbst Richtung Niederzier und Berg mit einem Grünzug aus Bäumen und Sträuchern als Sichtschutz umgeben. „Beim Thema Lärm stehen wir im Wort. Ich verspreche, dass die Anlage auch mit dem Konverter in Zukunft nicht lauter sein wird als bisher“, versicherte Amprion-Planer Robert Bielefeld. Nach dem Austausch des ersten der beiden Transformatoren, die den Strom in Oberzier von 380 auf 110 Kilovolt umspannen, damit er über die Westnetz-Freileitungen ins lokale Verteilernetz eingespeist werden kann, hat das charakteristische Brummen, das von der Anlage ausgeht, seit dem vergangenen Herbst bereits deutlich abgenommen. Und im Zuge der Modernisierung der gesamten Umspannanlage, die unabhängig vom Alegro-Projekt erfolgt, soll auch der zweite Trafo noch ausgetauscht werden, kündigte Bielefeld an.

Die Modernisierung der Umspannanlage Oberzier, die mit einem kleinen Ausbau verbunden ist, erfolgt bei laufendem Betrieb. Daher erstrecken sich die verschiedenen Baumaßnahmen in diesem Bereich auf einen Zeitraum von sieben Jahren. Weitere Informationen zu beiden Projekten gibt es unter der kostenlosen Amprion-Hotline Telefon 0800/58952474.

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