Müddersheim/Kreis Düren - Amphibienwanderung: Quakend unterwegs in das Laichgewässer

Amphibienwanderung: Quakend unterwegs in das Laichgewässer

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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Die weibliche Erdkröte ist viel größer als das Männchen. Wenn sie sich paaren, wird das Männchen Huckepack genommen. Foto: smb
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Felix Helle, Jan Lennartz und Piet Doelle (v.l.) sammeln Kröten ein. Foto: smb

Müddersheim/Kreis Düren. Die Augen der kleinen Erdkröte leuchten bernsteinfarben. Ihre Füße fühlen sich ein wenig rau und schwielig an, als Piet Doelle von der Biologischen Station im Kreis Düren sie am Ende des Amphibienzaunes aus einem Eimer zieht, in den sie geplumpst ist.

Die Natur erblüht, die Temperaturen steigen und das Wetter ist feucht. „Acht, neun Grad und regen – das sind die perfekten Bedingungen für Kröten“, weiß Dagmar Ohlhoff von der Biostation. Dann erwachen sie aus ihrer Winterstarre, kriechen aus ihren Löchern im Waldboden und machen sich auf den Weg in die Laichgewässer.

3500 bis 4000 Exemplare

Am Montag vor Ostern haben die Mitarbeiter der Biologischen Station die ersten Kröten aus den Eimern geholt und sicher über die vielbefahrene L 33 und die Straße gebracht, damit sie die Müddersheimer Teiche gefahrlos erreichen können. Zunächst waren es nur einige wenige, dann zog die Anzahl an. 3500 bis 4000 werden es in den nächsten vier Wochen sein. Ihre Anzahl wird genau aufgeschrieben. „Damit wir uns langfristig ein Bild von dem Bestand machen können“, erklärt Dagmar Ohlhoff.

Täglich werden die Kröten eingesammelt – die Biostation ist für die Zäune bei Müddersheim zuständig. „Ohne die FÖJler könnten wir das gar nicht leisten“, sagt Ohlhoff, und auch eine Anwohnerin helfe ehrenamtlich aus. Die FÖJler, das sind drei junge Männer, die bei der Biostation ein Freiwilliges Ökologisches Jahr absolvieren.

„Nach dem Abitur wusste ich nicht direkt, was ich machen sollte und weil ich Biologie immer interessant fand, habe ich mich für ein FÖJ entschieden“, erzählt Jan Lennartz. Seinen Mitstreitern ging es ähnlich. Sie hatten Lust, sich mit der Natur zu befassen, aktiv zu sein und die Biologen bei ihren Projekten zu begleiten. Und Felix Helle zum Beispiel kann sich nun gut vorstellen, später auch beruflich in dieser Richtung tätig zu sein.

Das Errichten eines Krötenzaunes, mit dessen Hilfe die Kröten bei Müddersheim schon vor einem Acker abgefangen werden können, sowie das Einsammeln der Tiere machen nur einen kleinen Teil der Arbeit der FÖJler aus. Sie haben Streuobstwiesen angelegt, Äpfel gepflückt, Wasserstände in Mooren geprüft, Bäume vor Biberschäden gesichert und vieles mehr.

„Ein sehr schönes Projekt war die Bestandserfassung von Steinkäuzen im Kreis Düren“, erzählt Piet Doelle. „Wir haben Steinkauzrufe abgespielt und konnten so die Exemplare anlocken und erfassen“, berichtet er von den nächtlichen Aktionen.

Jetzt aber ist Krötenzeit, jeden Tag sind die Mitarbeiter der Biologischen Station bis zu einer Stunde im Einsatz, um die Tiere in den Eimern an den Zäunen abzufangen. Welche Kröte männlich und welche weiblich ist, lässt sich dabei leicht erkennen: Die Männchen sind viel kleiner und haben diese rauen Füße. „Damit können sie sich zur Paarung an den Weibchen festklammern“, erklärt Dagmar Ohlhoff. Wenn sich die Paare schon im Waldstück bei Müddersheim finden, werden die Männchen sogar den ganzen Weg bis zum Gewässer Huckepack genommen.

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