„Ampel“ bleibt beim Nein zum Clubhaus-Bau in Hoven

Von: ja
Letzte Aktualisierung:

Düren. Die Entscheidung kam wenig überraschend: Der Christliche Sportverein Düren (CSV) erhält von der Stadt Düren einen Zuschuss zum Neubau eines Clubheims in Höhe von 250.000 Euro, aber nur, wenn er gegen seinen Willen von Hoven nach Echtz umzieht und dort baut.

Das hat der Stadtrat nach monatelangem politischen Streit mit den Stimmen der „Ampel“-Koalition sowie von Bernd Essler (AfD) und Gerda Morschel (Liberal-Konservative Reformer) gegen die CDU beschlossen.

Dass der CSV mit seinen neun Mannschaften und 200 Mitgliedern unbedingt in Hoven bleiben möchte und die dortige Platzanlage bereits mit viel Engagement in Schuss gebracht hat, konnte die Ratsmehrheit ebenso wenig umstimmen wie die Bedenken Echtzer Anwohner, die schon jetzt bei Meisterschaftsspielen rund um den Sportplatz über zugeparkte Wohnstraßen klagen.

Selbst die 1700 vom CSV gesammelten Unterschriften für einen Clubhausbau in Hoven konnten die „Ampel“ nicht beeindrucken. „Hier werden ehrenamtliches Engagement und der Bürgerwille mit Füßen getreten“, versuchte CDU-Fraktionschef Stefan Weschke in letzter Minute vergeblich, die Ratsmehrheit umzustimmen. Dabei verwies er noch einmal darauf, dass der Neubau in Hoven Teil des Haushaltskompromisses 2016/17 war, an den sich die „Ampel“ nun nicht mehr halte.

Bürgermeister Paul Larue (CDU) sprach von einem Vertrauensbruch, der nur Politikverdrossenheit beflügele, da der CSV nach der Haushaltsverabschiedung bereits eine Zusage für den Bau in Hoven erhalten hatte.

Parkplatzsituation in Echtz

„Ampel“-Sprecher Henner Schmidt (SPD) verteidigte indes die Entscheidung der Koalition für Echtz mit dem von der Gemeindeprüfungsanstalt (GPA) festgestellten Überhang an Sportplätzen im Stadtgebiet. „Wir haben 29 Spielfelder, 18 aber werden nur benötigt.“ Der deutliche Überhang müsse abgebaut werden, um langfristig Kosten zu sparen.

Zudem sei die bislang nur von vier Mannschaften genutzte Anlage in Echtz in einem viel besseren Zustand als die in Hoven, die bei einem Erhalt noch für 200.000 Euro saniert werden müsse. Dass die Parkplatzsituation in Echtz verbessert werden müsse, räumte Henner Schmidt ein und kündigte für den Fall des Umzugs an, dieses Problem auch anzupacken. Schmidt stellte zudem den Bau eines Kunstrasenplatzes in Echtz in Aussicht, um die gute Arbeit des CSV langfristig zu unterstützen.

Wie es nun weitergeht? Die GPA empfiehlt, die Sportanlage Hoven zu schließen. Das aber hat der Stadtrat am Mittwoch nicht beschlossen. Das heißt: Bis auf weiteres kann der CSV den Sportplatz weiternutzen. „Ich werde ihn auf jeden Fall nicht von der Anlage werfen“, machte Larue schon einmal deutlich. Die „Zwangsumsiedlung“ müsste die „Ampel“ im Stadtrat noch beschließen.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert