Amokdrohung an der Schule

Von: Christoph Lammertz
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Düren. Ein normaler Unterrichtstag war es am Montag nicht am Rurtal-Gymnasium. Auch wenn - glücklicherweise - nichts passiert ist. Rund ein Drittel der Schüler kam nicht zum Unterricht, nachdem am Dienstag vergangener Woche für diesen Montag ein Amoklauf angedroht worden war.

Zwar hatte die Polizei nach eingehenden Ermittlungen vorigen Freitag Entwarnung gegeben, doch viele Eltern wollten dennoch auf Nummer Sicher gehen und ließen ihre Kinder zu Hause.

„Amok 19.4.10, Blutbad RTG.” Dieser Schriftzug war vor einer Woche auf der Jungen-Toilette entdeckt worden. „In einer derartigen Situation greift sofort der Notfallplan, der für alle Schulen verbindlich ist”, erklärte Schulleiter Franz Holtz im Gespräch mit der DZ.

Das bedeute vor allem, sofort die Polizei zu informieren. „Sie ist dann Herr des Verfahrens”, sagte Holtz. Die Beamten gaben nach einer Analyse der Situation Entwarnung. Die Drohung sei nicht ernst gemeint, urteilten die Ermittler.

Am Freitag wurde endgültig entschieden, dass der Unterricht am Montag ganz normal stattfinden soll. „Diese Entscheidung wurde auch von der Bezirksregierung mitgetragen”, betonte Holtz.

Der Schulleiter hatte zuvor per Lautsprecherdurchsage die Schüler über die Situation aufgeklärt. Er habe natürlich Verständnis dafür, dass Eltern trotz Entwarnung der Polizei besorgt gewesen seien. Diejenigen, die sich an der Schule erkundigten, erfuhren, dass der Unterricht normal vonstatten geht.

Wer sein Kind dennoch nicht zur Schule gehen lassen wolle, der müsse dies in einem Entschuldigungsschreiben formulieren, wurde den anfragenden Eltern mitgeteilt. Während rund ein Drittel der 620 Rurtal-Gymnasiaten nicht zur Schule kam, erschienen die Abiturienten, für die die erste Abiklausur in Deutsch anstand, vollzählig.

Schriftbild-Vergleiche

Während die polizeilichen Ermittlungen nach dem für die Amokdrohung Verantwortlichen weiterlaufen, macht man sich natürlich auch am Gymnasium Gedanken darüber, wer der Verfasser ist. „Alle Lehrer haben eine Fotografie von der Drohung bekommen, um das Schriftbild mit den Schriftbildern ihrer Schüler zu vergleichen”, sagte der Schulleiter.

Für die Polizei habe es sich um eine Verdachtslage gehandelt, sagte deren Sprecher Willi Jörres. „Derartige Überprüfungsfälle kommen leider immer wieder vor, auch bei uns im Kreis Düren.” Meist seien die Urheber schnell zu ermitteln und es stelle sich heraus, dass es sich um Trittbrettfahrer handelt oder Schüler, die glauben, eine Amokdrohung sei ein Scherz.

Im Fall des Rurtal-Gymnasiums sei der Täter zwar nicht ermittelt, doch die Umstände hätten darauf hingewiesen, dass tatsächlich keine Bedrohung gegeben sei.

Dennoch hatte die Polizei am Montag einen intensiven Blick auf die Schule. Unter anderem zeigten zwei uniformierte Beamte während des gesamten Unterrichtszeitraums Präsenz.
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