Am Info-Abend über Flüchtlinge nehmen 300 Nachbarn teil

Von: Fred Schröder
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Informationen aus erster Hans: Rund 300 Besucher ließen sich in Gürzenich über die „kurzfristige Notunterkunft“ für Flüchtlinge im ehemaligen Munitionsdepot informieren. Foto: Fred Schröder
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Die ersten Zimmer mit 125 Etagenbetten wurden am vergangenen Wochenende hergerichtet. Helfer arbeiten nun daran, die Ankunft der nächsten Flüchtlinge vorzubereiten. Foto: Stephan Johnen

Gürzenich. In Gürzenich-Wald ist alles gerichtet. Rund 250 Flüchtlinge sollen zunächst und kurzfristig in das ehemalige Munitionsdepot einziehen. Die „kurzfristige Notunterkunft“, so lautet nach Aussage von Felia Hörl von der Bezirksregierung die offizielle Bezeichnung, kann bis zu 500 Personen aufnehmen.

„Wir haben einen kleinen Teil einer großen Liegenschaft in Anspruch genommen“, sagte Kreisdezernent Peter Kaptain in einer von rund 300 Menschen besuchten Infomationsveranstaltung. Im Gürzenicher Wald ist die zweite Erstaufnahmeeinrichtung nach der Cornetzhofschule in Rölsdorf entstanden. Die Einrichtung in Gürzenich-Wald wurde vom Kreis Düren geschaffen. Betreiber wird der Malteserhilfsdienst (MHD) sein.

„Die kurzfristige Notunterkunft soll andere Aufnahmeeinrichtungen entlasten“, beschrieb Felia Hörl den Kurs des Landes, das dem Kreis Düren die Kosten für die Herrichtung der Liegenschaft erstattet. Eine „enorme Herausforderung“ nannte Kreisdirektor Georg Beyß den Kraftakt, die baulichen und organisatorischen Voraus- setzungen für den Bezug der Einrichtung zu schaffen.

Daran beteiligt waren 15 Firmen mit 80 Handwerkern und an die hundert ehrenamtlichen Helfer. „Ohne die hätten wir es nicht geschafft“, betonte Ralf Butz, der Leiter des Amtes für Katastrophenschutz. MHD-Diö-zesangeschäftsführer Wolfgang Heidinger kündigte an, dass sich ein halbes Dutzend hauptamtlicher und 40 bis 50 freiwillige Helfer rund um die Uhr um die Flüchtlinge bemühen werden. Ein Sicherheitsdienst wird sich um die Be-wachung der Anlage kümmern.

Kreisdirektor Beyß („Ich halte wenig davon, Turnhallen zu nutzen“) und Bürgermeister Paul Larue waren übereinstimmend der Meinung, „dass die Liegenschaft im Gürzenicher Wald förmlich danach schreit, für diesen Zweck genutzt zu werden“. Einer langfristigen Unterkunft stehen rechtliche Aspekte, unter anderem der zu große Abstand zu den Siedlungsgebieten, entgegen.

Für den Zweck der „kurzfristigen Notunterkunft“ sind alle rechtlichen Vorgaben erfüllt. Vier Gebäude werden genutzt, wie Ralf Butz erläuterte. Sie bieten über die eigentliche Unterkunft hinaus Räume für eine Kleiderkammer, für Catering und soziale Zwecke wie auch für die Betreuung von Kindern.

In der Infoveranstaltung meldeten sich auch skeptische Stimmen. Die Lage weitab vom Ort soll kompensiert werden durch eine häufige Taktung des Linienbusses der Dürener Kreisbahn. „Davon profitieren auch die Bewohner der Siedlung im Eichenbruch“, kündigte Kreisdirektor Beyß an.

Bereits ab Mittwoch sollen die Busse häufiger fahren, für eilige Fälle steht den Flüchtlingen ein Shuttle-Dienst zur Verfügung. „Mit der Ruhe ist es aber jetzt vorbei“, mutmaßte eine Bewohnerin aus dem Eichenbruch. Eine Antwort kam direkt aus Reihen der Versammlung: „Die Flüchtlinge gehen zweimal rund; dann haben sie alles gesehen und wenden sich der Stadt zu“, sagte ein Teilnehmer.

Insgesamt überwog in der Infoveranstaltung die Absicht der Gürzenicher zu einer positiven Begrüßungskultur, zur Mithilfe und zu Sach- und auch Geldspenden. Kreisdirektor Beyß und Dezernent Peter Kaptain mussten bremsen: „Wir müssen zunächst sehen, was gebraucht wird.“ Helfende Hände, erklärte MHD-Geschäftsführer Heidinger, seien immer willkommen. Insbesondere sind Dolmetscher gefragt. Wer helfen kann oder Fragen hat, kann sich an die Spendenhotline Telefon 02421/221000 wenden.

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