Lendersdorf - Alte Lederhauben sind die Prunkstücke

Alte Lederhauben sind die Prunkstücke

Von: Bruno Elberfeld
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Kaya Erdem, Egon Frings und Gabor Szük (v.l.) unter historischen Helmen, mit alten Spritzen in der Hand. Sie freuen sich auf die Eröffnung des Feuerwehrmuseums im Augustinus-Krankenhaus. Foto: Elberfeld

Lendersdorf. „Du, Egon, diese tollen Stücke musst du ausstellen”, hatte der Geschäftsführer des St.-Augustinus-Krankenhauses in Lendersdorf, Gabor Szük, seinen Freund Egon Frings ermuntert. „Wohin damit?”, lautete die Antwort vom pensionierten Städtischen Hauptbrandmeister.

Nun, der Ort, wo die über 1000 Sammelstücke mit dem Thema „Feuerwehr national und international” ihre Heimat finden sollten, war bald gefunden: ein Flur im neuen Gebäude des Krankenhauses im Erdgeschoss, sofort neben dem Eingang.

Wie geschaffen für die vielen bunten Helme, Kappen und Dienstmützen aus aller Herren Länder, sogar aus Hongkong und den USA, ist der lange Flur, der auf die Eröffnung des ersten Feuerwehrmuseums in einem Krankenhaus europaweit wartet.

1972 geht es los

„Ich kann mich noch gut an den ersten Helm erinnern. Den habe ich 1972 in Meersburg am Bodensee gekauft”, erzählt Egon Frings. Und damit war der Anfang einer erstaunlichen Sammlerkarriere gemacht. 37 Jahre lang sammelte der Feuerwehrmann, dabei hat er tausende Trödelmärkte besucht.

Die Zahl der zurückgelegten Kilometer hat Egon Frings nicht parat. Dass so eine Sammlerleidenschaft ans Portemonnaie geht, ist klar. „Ohne das Verständnis und die Unterstützung meiner Frau Karin hätte ich das nicht geschafft”, sagt Frings.

Neben den etwa 350 Helmen liegen in den Vitrinen allein über 800 Wappen aus den USA. Modellautos aus aller Welt lassen demnächst Kinder- und Erwachsenenaugen leuchten. Besonders stolz sind Szük und Frings auf ein Geschenk des Partnerkrankenhauses aus Krotoszyn in Polen, wo Chirurg Dr. Wolfgang Spithaler mit seiner Crew aus Lendersdorf regelmäßig Operationen durchgeführt hat.

Der interessierte Laie staunt, welche Gerätschaften Feuerwehrleute im Einsatz oder bei Festivitäten dabei haben: Paradebeile, Feuerwehrbeile, Löscheimer aus Leder, innen mit Messing ausgekleidet.

Franz Spießberger, der ehemalige Kommandant in der österreichischen Partnerstadt Altmünster, hat seinen Helm gestiftet. 160 Modell-Feuerwehrautos aus den letzten Jahrhunderten demonstrieren den rasenden Fortschritt der Technik.

Prunkstücke der Sammlung sind die alten Lederhauben aus dem 20. Jahrhundert. Egon Frings, Kaya Erdem und Gabor Szük von der „Caritas Trägergesellschaft West” haben ihre helle Freude an den verschiedenen Feuerwehrspritzen.

Woher sie stammen und welche Wirkung sie hatten, das weiß Frings, der Sammler aus Leidenschaft. Nicht zu vergessen die historischen Signalhörner, von denen einige Tote ins Leben rufen könnten.

Und dann steht da eine Karre, eine Löschkarre, gefüllt mit den nötigsten Geräten, die für den Ernstfall in einem Krankenhaus eingesetzt wurden. Amtlicher Titel: „Löschkarre zum Behördenselbstschutz”.

Beschützt wird die Sammlung von St. Florian, dem Schutzpatron der Feuerwehrleute in Deutschland, und von St. Barbara, der Schutzpatronin aus Frankreich. In verschiedenen Größen und Materialien können ihre Figuren in den Ausstellungsvitrinen bestaunt werden.

Zur Geschichte der Dürener Feuerwehr geben alte Fotos und Zeitschriften detaillierte Auskunft. Wegen guter Zusammenarbeit mit der Feuerwehr hat das Lendersdorfer Krankenhaus als zweites Krankenhaus in NRW eine Plakette erhalten.

Eröffnet wird das Museum am 17. Mai. Die Öffnungszeiten sind immer dienstags von 14 bis 18 Uhr. Egon Frings ist aber auch bereit, besonders für Kindergärten und Schulen, Termine außerhalb dieser Zeiten wahrzunehmen. Telefonisch erreichbar ist er unter 0157/78284335.
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