Düren/Nideggen - Als Polizist so manchen auf den rechten Weg geführt

Als Polizist so manchen auf den rechten Weg geführt

Von: Sarah Maria Berners und Maren Harperscheidt
Letzte Aktualisierung:
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Immer im Gespräch: Willi Scheeren ist Bezirksdienstbeamter in Nideggen. Foto: Sarah Maria Berners

Düren/Nideggen. Es gibt Menschen, die in ihrem Beruf aufgehen, glücklich sind. Willi Scheeren ist so ein Mann. Seit 40 Jahren arbeitet er bei der Polizei, seit 15 Jahren ist er als Bezirksdienstbeamter in Nideggen der Ansprechpartner bei großen und kleineren Sorgen. Jung und Alt suchen das Gespräch, Kindergartenkinder und Schüler kennen ihren „Dorfsheriff“.Willi Scheeren kennt seine Pappenheimer – manchmal schon von Kindesbeinen an.

Im Alltag arbeitet Scheeren oft mit anderen Fachstellen der Kreispolizeibehörde zusammen. Bei den Kindergartenkindern steht das Bordsteintraining an, Grundschüler lernen, mit dem Rad sicher zur Schule zu fahren. Bei den Jugendlichen sind Gewalt- und Drogenprävention sowie das Internet wichtige Themen, die es zu besprechen gilt.

Zu Scheerens Aufgabe zählt es auch, Menschen, die ein Strafgeld nicht bezahlen, zur Ersatzfreiheitsstrafe nach Aachen zu fahren, Jugendliche in die JVA in Remscheid zu bringen oder Zeugen zum Gericht zu begleiten, wenn diese zum Beispiel bei der ersten Ladung nicht aufgetaucht sind.

„Vertrauensvolles Verhältnis“

„Anlassunabhängig Kontakt mit den Bürgern aufnehmen“ ist per Definition eine weitere Aufgabe von Willi Scheeren. Der 60-Jährige füllt diese trockene Definition mit Leben: Er ist im Stadtgebiet unterwegs, sucht das Gespräch, zeigt, dass die Polizei für die Menschen da ist. „Ich möchte ein vertrauensvolles Verhältnis zu den Nideggenern pflegen“, beschreibt Scheeren. Es sei wichtig, dass die Menschen nicht zögern, die Polizei aufzusuchen.

„Den Scheeren, den kenne ich“ – diese Tatsache könne die Hemmschwelle senken. Mit diesem Vertrauensverhältnis hat Scheeren auch schon so manchen „zurück auf den Pfad der Tugend geführt“. Er weiß, dass es hilft, mit Jugendlichen, die einen Diebstahl im Supermarkt zur Mutprobe gemacht haben, aufzuzeigen, was Diebstahl für Konsequenzen haben kann.

„Mir macht diese Arbeit Spaß, und ich denke, das muss sie auch, wenn ich authentisch sein möchte, wenn ich will, dass meine Botschaften ankommen“, sagt Scheeren. „Kommunikativ, gesellig und offen“ sollte ein Bezirksdienstbeamter sein. Und: „Man darf keine Berührungsängste haben.“

Willi Scheeren arbeitet nicht nur in Nideggen, er lebt auch dort. Und so kommt es, dass auch schon mal jemand am Abend vor der Tür steht. „Aber das passiert eigentlich nur, wenn es wirklich wichtig ist. Dann ist es auch gut so. Mich hat das noch nie gestört“, sagt Willi Scheeren.

Er ist ein Mensch, der die Menschen mag. Er mag es, ins Gespräch zu kommen, hier ein Pläuschchen zu halten und dort ein paar wichtige Hinweise auf Drogenmissbrauch oder Stellen, an denen zu schnell gefahren wird, aufzuschnappen. Die Arbeitszeiten des Polizisten sind flexibel. Wenn er an Karneval und bei Jugendveranstaltungen bis in den späten Abend unterwegs ist, dann fängt ein anderer Tag etwas später an.

Scheeren sieht das Gute im Menschen, sucht Gespräche auch in schwierigeren Fällen: „Es geht nicht darum, Menschen in die Pfanne zu hauen“, beschreibt Scheeren. Gleichwohl sei es seine Aufgabe, einzuschreiten und Dinge zu verfolgen, die nicht rechtens sind. Grenzen gelte es vor allem Jugendlichen ganz klar zu setzen. Dabei ist dem Polizist bewusst, dass die Welt in Nideggen noch recht heile ist.

Einbrüche gibt es aber auch dort immer wieder. Und so zählt auch die Opfernachsorge zu den Aufgaben der Bezirksbeamten. „Wenn die Kollegen der Kriminalwache gegangen sind, haben viele Leute noch Gesprächsbedarf“, weiß Scheeren, der auch gerne an die entsprechenden Experten weitervermittelt. Für die Einsätze nach einem Unfall oder Einbruch sind übrigens die Streifenbesatzungen zuständig – wenn Bedarf besteht, werden sie jedoch von Willi Scheeren und den anderen Kollegen des Bezirksdienstes unterstützt.

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