Als Kaiser Barbarossa durch Bergstein ritt

Von: Stephan Johnen
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„Vater des Museums”: Arnold Kilburg aus Obermaubach stellte dem Geschichtsverein viele Urkunden und Dokumente zur Verfügung. Foto: Johnen

Bergstein. Hoher Besuch hatte sich in Bergstein angekündigt: Auf einer Wallfahrt nach Aachen zog Kaiser Friedrich Barbarossa durch die Ansiedlung - und gab den Befehl, die von seinem Großvater begonnene Reichsburg Berensteyn zügig zu vollenden und eine Kirche zu bauen. Geschehen ist dies am 15. August 1171, an Maria Himmelfahrt.

Exakt 839 Jahre später wurde an gleicher Stelle in der Kirche der „Heiligen Maurischen Märtyrer” dieser Ereignisse gedacht. Der Geschichtsverein Hürtgenwald eröffnete in Zusammenarbeit mit der Pfarrgemeinde ein Staufer-Museum im Kirchturm, das unter anderem daran erinnert, wie der Ort zur Burg Berensteyn kam - und sie wieder verlor.

Wiederverwertung in Nideggen

Die Burg wurde gebaut, um die Macht des Königs gegen die aufbegehrenden Fürsten, darunter der Kölner Erzbischof, zu verteidigen. Im staufisch-welfischen Thronstreit wurde die Burg auf Betreiben des Kölner Kurfürstentums im Jahr 1198 geschleift. Mit den Bossenquadern der zerstörten Wehranlage entstand ein Teil des Turms der Burg Nideggen. Auf der Rückseite des Bergsteiner Burgbergs wurden die Steine für die Burg Berensteyn und die Kirche gebrochen. „Diese historische Stätte werden wir als nächstes geschichtlich aufarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich machen”, sagte Helmut Rösseler vom Geschichtsverein. Mit dem Staufer-Museum in der Kirche, das auf Schautafeln einen Einblick in die Zeit Barbarossas ermöglicht, sei ein erster Schritt getan, die Geschichte des Ortes möglichst vielen Interessierten zugänglich zu machen.

Möglich wurde das Museum durch die Sammlung von Arnold Kilburg aus Obermaubach. Der 78-Jährige stellte Urkunden, Siegel und Dokumente zur Verfügung und erstellte Schautafeln. In naher Zukunft sollen Informationstexte bereitliegen. Derzeit ist das kleine Museum nach den Gottesdiensten zu besichtigen, es soll später aber auch Führungen für Gruppen und Schulklassen geben.

Helmut Rösseler bedankte sich im Namen des Geschichtsvereins bei allen Unterstützern des Projekts. So stiftete ein Energieunternehmen das schmiedeeiserne Tor, Rudi Nellessen aus Gey stellte Eichenbretter für Vitrinen zur Verfügung, die von Hubert Breidenich aus Vossenack in Handarbeit hergestellt wurden. „Ich hoffe, dass dieses Museum das Interesse an der Geschichte der eigenen Heimat weckt”, sagte Helmut Rösseler bei der Eröffnung.
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