Alpakas ziehen ins Awo-Seniorenzentrum ein

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
9089282.jpg
Neugierige Nasen: Die Alpakas gehen offen auf die Menschen zu, lassen sich knuddeln und füttern. Außerdem stupsen sie gerne an die Kamera. Unser Bild zeigt Gabriele Ladentin mit Manni, Jürgen Engelbert mit Jürgen und Thomas Kruth mit Tommy. Manni ist übrigens nach einem Ehrenamtler benannt. Foto: Sarah Maria Berners

Huchem-Stammeln. Zum Frühstück gibt es für die neuen Bewohner des Awo-Seniorenzentrums Heu und Gras. Außerdem gehört eine Handvoll Mineralienfutter zum täglichen Speiseplan. Und übernachten müssen die Neuen draußen. Auch im Winter.

Die Neuen, das sind Tommy, Manni und Jürgen. Und auch wenn sie sich erheblich von den anderen Bewohnern der Einrichtung unterscheiden, so sind sie doch schon bestens integriert. Vor zwei Wochen sind die drei Alpakas von ihrer Zuchtstation nach Huchem-Stammeln gezogen, um dort ihren Dienst anzutreten. Tommy, Manni und Jürgen arbeiten in der Einrichtung als Therapie-Alpakas.

Die Junghengste sollen Freude und Abwechslung in das Leben der Bewohner bringen. Sie lassen sich streicheln, knuddeln und füttern. „Und sie haben ein Gespür dafür, wie es den Menschen geht“, sagt Thomas Kruth. Der Haustechniker ist einer der fünf Mitarbeiter, die sich fortgebildet haben, um die drolligen Tierchen zu betreuen und mit ihnen die Senioren zu besuchen. „Wenn wir mit den Tieren in die Wohnbereiche kommen, dann strahlen die Bewohner“, berichtet Thomas Kruth. Außerdem hat er schon bemerkt, dass die drei Junghengste den Stress der Menschen mindern können und bei Unruhe eine sehr beruhigende Wirkung haben.

Die Bewohner haben die drei Alpakas mit ihrem flauschigen Fell, den dunklen Kulleraugen und den knuffigen Ohren bereits ins Herz geschlossen. Berührungsängste gibt es kaum. „So etwas hat nicht jeder“, freut sich Edgar Goebel. „Die Drei werden sicher viel Freude in unser Haus bringen.“

Das ist eine der Hauptaufgaben von Tommy, Manni und Jürgen. Darüber hinaus sollen sie den Menschen, die an Demenz erkrankt sind, Sinneserfahrungen ermöglichen.

Pflegeleiterin Dorothee Sylwestrzak ist schon jetzt begeistert von den Tieren: „Sie sind sehr geduldig und kommunizieren auf ihre ganz eigene Art mit den Menschen.“ Außerdem würde – anders als bei Hunden und Katzen – kein Bewohner Angst vor ihnen haben. Noch sind Tommy, Manni und Jürgen quasi in der Ausbildung. Bisher besuchen Thomas Kruth, Jürgen Engelbert und Gabriele Ladentin die Bewohner immer nur eine halbe Stunde am Tag. Aber auch für die Pflege der Tiere sind sie zuständig. Fußpflege inklusive.

Gespuckt wird nicht

Momentan helfen sie den Tieren, sich in der neuen Umgebung zurechtzufinden. Denn auch wenn die Alpakas auf einer Ranch aufgewachsen sind, die sich auf die Zucht von Therapie-Tieren spezialisiert hat, so müssen sie doch noch viel lernen. Mit dem Aufzug fahren zum Beispiel. Auch an den glatten Boden müssen sich die Paarhufer erst noch gewöhnen.

„Die Alpakas leben in einem Stall auf unserem Gelände. Es ist für sie kein Problem, im Winter draußen zu bleiben. Schließlich haben die Tiere ihre Ursprünge in Peru. Und da ist es ja schließlich auch kalt“, erklärt Jürgen Engelbert. Dummerweise haben die teils heftigen Böen der vergangenen Tage den Stall erheblich beschädigt, so dass jetzt neu angepackt werden muss.

Übrigens: Wie ihre größeren Verwandten, die Lamas, können auch Alpakas spucken. „Das tun sie aber nur, wenn sie in Gefahr sind“, versichert Thomas Kruth.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert