Alfred Bergrath und Paul Bonn feiern goldenes Priesterjubiläum

Von: kin
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Freuen sich auf ihr Priesterjubiläum: Paul Bonn (l.) und Alfred Bergrath. Foto: Sandra Kinkel

Düren/Kreuzau. Eins ist Alfred Bergrath und Paul Bonn auf jeden Fall gemein: die kirchliche Jugendarbeit hat sie ein Leben lang begleitet und geprägt, Jugendliche haben den beiden katholischen Seelsorgern immer besonders am Herzen gelegen. Und vielleicht ist auch genau das der Grund, warum die beiden Herren auch heute noch, wenige Tage vor ihrem goldenen Priesterjubiläum, immer noch sehr moderne Ansichten vertreten.

Alfred Bergrath und Paul Bonn sind am 22. Februar 1964 im Aachener Dom zum Priester geweiht worden – gemeinsam mit 16 anderen jungen Männern. „Damals“, sagt Paul Bonn, „war es nicht so exotisch wie heute, katholischer Priester zu werden. 1964 sind insgesamt 24 Männer geweiht worden. Heute ist es in manchem Jahr kein einziger.“

Paul Bonn und Alfred Bergrath sind beide durch ihr Elternhaus und die katholische Jugendarbeit zum Beruf des Priesters gekommen. „Ich war Pfadfinder“, erzählt Alfred Bergrath. „Und wir hatten damals einen tollen Kaplan, der uns Kindern und Jugendlichen den Glauben vermittelt hat. Das hat mich damals sehr inspiriert.“

Später, so die beiden Geistlichen, sei es das zweite Vatikanische Konzil gewesen, das sie enorm geprägt habe. Bergrath: „Wir haben damals regelrecht aufgesogen, was aus Rom kam. Aber leider wurde das Befreiende des Konzil durch den römischen Zentralismus schnell wieder platt gemacht.“

Bei aller Liebe zu ihrer Kirche und vor allen Dingen zur Frohen Botschaft haben die beiden Priester durchaus auch Kritisches anzumerken. Bergrath: „Die Kirche arbeitet viel zu sehr mit Ge- und Verboten. Dabei steht es uns überhaupt nicht zu, andere ein- oder auszuschließen. Ich leide oft an dieser Kirche, die so stark einengt.“ Grundsätzlich, sind sich Bonn und Bergrath einig, habe es die Kirche nicht verstanden, die Botschaft Jesu in moderner Sprache zu verkünden.

Bergrath: „Die Antworten des 19. Jahrhunderts tragen heute nicht mehr.“ Die Gesellschaft habe sich stark verändert, die Naturwissenschaften hätten große und wichtige Entwicklungen durchlaufen. „Da hat sich die Kirche nicht eingebracht“, so Alfred Bergrath. „Das war ein Fehler.“ Trotzdem lieben die beiden Seelsorger ihren Beruf immer noch sehr.

Nur so ist es auch zu erklären, dass sie mit 76 und 75 Jahren immer noch Dienst tun. Paul Bonn in Kreuzau und Alfred Bergrath derzeit in Düren-West. Alfred Bergrath: „Nichts zu tun wäre furchtbar langweilig. Und der Verwaltungszwang ist für uns beide ja weg.“ Paul Bonn feiert sein Jubiläum mit einer Dankmesse am Sonntag, 9. März, in Kreuzau, Alfred Bergrath seins am Samstag, 22. Februar, um 11 Uhr mit einem großen Fest in der Dürener Marienkirche.

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