Oberhausen - Alemannias „Neun starke Krieger“ erkämpfen Punkt

Alemannias „Neun starke Krieger“ erkämpfen Punkt

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Szenen eines turbulenten Fußballspiels: Die Schiedsrichter schicken Aimen Demai mit Gelb-Rot vom Platz, Niko Opper wird verletzt vom Spielfeld getragen, und der Abschied der Spieler bei den Fans wird von Sicherheitskräften beobachtet. Foto: sport/revierfoto
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Szenen eines turbulenten Fußballspiels: Die Schiedsrichter schicken Aimen Demai mit Gelb-Rot vom Platz, Niko Opper wird verletzt vom Spielfeld getragen, und der Abschied der Spieler bei den Fans wird von Sicherheitskräften beobachtet. Foto: sport/revierfoto Foto: sport/revierfoto
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Szenen eines turbulenten Fußballspiels: Die Schiedsrichter schicken Aimen Demai mit Gelb-Rot vom Platz, Niko Opper wird verletzt vom Spielfeld getragen, und der Abschied der Spieler bei den Fans wird von Sicherheitskräften beobachtet. Foto: sport/revierfoto
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Schlechter Start für Niko Opper: Er verletzte sich schwer. Foto: Gras
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Demai kassierte Gelb-Rot. Foto: Gras

Oberhausen. Am Samstagabend hätte Niko Opper allen Grund zum Feiern gehabt. Nach Wochen kam Alemannias Verteidiger noch einmal zum Einsatz, und damit verlängerte sich auch sein Vertrag für die nächste Spielzeit. Die Partie zwischen RW Oberhausen und Alemannia endete 0:0, und der Rechtsverteidiger hatte nach Startproblemen seinen Teil dazu beigetragen.

Dieses knallhart erkämpfte Remis bei der besten Rückrundenmannschaft war durchaus ein Erfolg, aber nach Feiern war Opper nicht zumute. Der 22-Jährige war in der 91. Minute mit einer Knieverletzung vom Platz getragen worden, eine MRT-Untersuchung im Aachener Luisenhospital soll am Montag weitere Erkenntnis bringen. Am Sonntag war Opper allerdings schon zuversichtlicher als noch am Spieltag.

Nicht nur seine Verletzung trübte den Punktgewinn in Oberhausen. Es war ein enorm intensives Spiel, das unter einer enorm fehlerhaften Leitung stand. „Auch ein Schiedsrichter kann einmal einen schlechten Tag haben“, reagierte Kapitän Peter Hackenberg noch verständnisvoll. Bei seinem Trainer Peter Schubert dagegen schwoll die Halsschlagader auch Stunden nach dem Spiel noch auf Gartenschlauchgröße beim Gedanken an die Schiedsrichter.



Schiedsrichter Bastian Börner zerhackte das Spiel mit vielen sinnfreien Pfiffen, und zur Beruhigung der kampfbetonten Partie trugen auch seine Assistenten nicht bei, die regelmäßig zu ihm aufs Spielfeld sprinteten, wenn wieder mal die Funken flogen. Häufig trafen sie erst am Unfallort ein, als die „Scherben“ schon lange weggefegt waren, deeskalierend wirkte der merkwürdige Auftritt der Drei eher selten.

„Die drei haben irgendwann die Hauptrolle übernommen“, ärgerte sich Schubert. Ein Opfer der wirren Spielleitung wurde auch Aimen Demai. Der bereits vorbestrafte Defensivspieler wurde nach fast einer Stunde von Patrick Bauder provoziert, als er einen eigenen Freistoß schnell ausführen wollte. Die Aktion wäre folgenlos geblieben, wenn nicht die Schiedsrichter erneut zum Konvent auf dem Platz zusammengekommen wären. Der Schiedsrichter befragte seinen Assistenten, der die Aktion zuvor aus 70 Metern Entfernung beobachtet hatte.

Die Folge der Erörterung am Tatort: Gelbe Karten für beide Kontrahenten, und so verbrachten die Aachener die letzte halbe Stunde in Unterzahl. Bis das Spiel wieder angepfiffen wurde, vergingen etliche Minuten. Erst beratschlagten die Schiedsrichter, dann protestierten die Betroffenen, schließlich marschierte der Ordnungsdienst vor dem unruhigen Aachener Fanblock auf. Die Folge war eine achtminütige Nachspielzeit, die die Gäste bravourös zu Neunt ohne Schrammen überstanden, weil der verletzte Opper nicht mehr ersetzt werden durfte, das Kontingent war schon aufgebraucht. „Am Ende waren neun starke Krieger auf dem Platz, die sich diesen Punkt richtig phantastisch erkämpft haben“, freute sich Frederic Löhe, der eine famose Leistung zeigte.

Begonnen hatte die Partie mit Verspätung. Aachener Fans zündeten Bengalos, Polizisten marschierten vor dem Aachener Block auf, laut Polizei stahlen Fans sich gegenseitig Fahnen – solche Aktionen dürften den einschlägig vorbestraften Klubs wieder Geldstrafen einbringen. RWO-Fans liefen vor dem Anpfiff aufs Spielfeld, wurden während der Partie von Ordnungskräften daran gehindert, sich mal im Aachener Block umzusehen. Bereits vor der Partie wurden ein Dutzend Aachener mit bundesweitem Stadionverbot laut Polizeibericht aussortiert.

Auch auf dem Platz ging es zuweilen hitzig zu. „Was bei ruhenden Bällen im Fünfmeterraum alles passiert ist, reichte für einige Platzverweise“, berichtete Löhe später, der regelmäßig „Feindberührung“ hatte. Spielerisch lief bei den Gästen kaum etwas zusammen, im Spielaufbau knirschte es bedenklich, eine nennenswerte Chance erarbeiteten sie sich in den 100 Minuten nicht. Die Angriffsbemühungen strandeten meistens schon im Mittelfeld.
Kurzfristig fällt Marquet aus

Kurzfristig war bei den Aachenern noch Sascha Marquet ausgefallen, der sich am Morgen mit Problemen am Hüftbeuger abmeldete. Aachen wählte die Lauer-Taktik, aber das Spiel nach vorne war viel zu unpräzise. Gefährlich wurden aber auch die Gastgeber nur, wenn die Aachener bei den zaghaften Angriffsbemühungen abgefangen wurden. Einmal lenkte Löhe einen Fernschuss von Rhys Tyler über die Latte (28.), dann war er Sieger gegen den auffälligen Ralf Schneider, der frei vor ihm, stark abseitsverdächtig, auftauchte (38.).

Löhe verhinderte im 1:1 gegen David Jansen (51.) noch einmal den möglichen Führungstreffer der Gastgeber. Dann war Aachen in Unterzahl, kam aber nicht mehr in Nöte. Im Gegenteil: In der 98. Minute pfiff noch ein Fernschuss von Raffael Garcia über das Oberhausener Gehäuse.

Mit großer Energie sicherten die Aachener den Punkt an diesem ereignisreichen Nachmittag.


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