Düren - Akutpsychiatrie: Im neuen Haus 11 ist Platz für vier Stationen

Akutpsychiatrie: Im neuen Haus 11 ist Platz für vier Stationen

Von: Stephan Johnen
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Der Neubau steht, jetzt sind die Landschaftsplaner am Zug: Patrick Soetewey (l.) und Philipp Dohmen besprechen Details. Foto: Stephan Johnen
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Dr. Ulrike Beginn-Göbel hat den Neubauprozess seit dem Jahr 1995 begleitet.

Düren. Architektur ist kein Selbstzweck. Im Idealfall dient sie dem Menschen, orientiert sich an dessen Bedürfnissen. Wie wichtig die Atmosphäre eines Krankenhausgebäudes für die Genesung eines Patienten sein kann, unterstrich Dr. Ulrike Beginn-Göbel, Ärztliche Direktorin der LVR-Klinik Düren, am Montag bei der offiziellen Einweihung des Neubaus von Haus 11. Sie zitierte den Lyriker Eugen Roth mit den Worten: „Ein Mensch fühlt oft sich wie verwandelt, sobald man menschlich ihn behandelt.“

Im neuen Haus der Akutpsychiatrie finden vier Stationen mit 96 stationären Behandlungsplätzen sowie Therapie- und Behandlungsbereichen eine neue Heimat. Im zweiten Bauabschnitt soll das aus den 70er Jahren stammende ursprüngliche Haus 11 abgerissen und durch einen weiteren, zeitgemäßen Neubau ersetzt werden.

Mit der Einweihung des Neubaus mache die Dürener Klinik „einen großen Schritt in die Zukunft“, unterstrich LVR-Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski. Das Gebäude sei die „Keimzelle“ für das zukünftige Behandlungszentrum mit 159 Betten und 20 tagesklinischen Plätzen. Damit werde in Düren eine neue Ära eingeleitet. 19,1 Millionen Euro hat das neue Haus 11 gekostet, drei Millionen Euro weniger als ursprünglich geplant. Das in den 70er Jahren gebaute Standardbettenhaus habe gute Dienste geleistet, sei aber veraltet, eine Sanierung hätte sich nicht gerechnet. Die Funktionalität der Gebäudestruktur, die Unterscheidung von privaten und öffentlichen Bereichen sowie die Helligkeit und Transparenz im neuen Gebäude seien „äußere Voraussetzungen für gelingende therapeutische Beziehungen“.

Die Inanspruchnahme psychiatrischer Krankenhäuser habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen, zitierte Dezernentin Martina Wenzel-Jankowski Studien und Statistiken. Im Jahr 2008 wurden in Düren 5825 Fälle behandelt, im Jahr 2012 ist die Zahl auf 6292 gestiegen. „Diese Zunahme um acht Prozent musste von der LVR-Klinik ohne ein einziges zusätzliches Bett bewältigt werden“, betonte die Dezernentin. Aller Voraussicht nach werde die Zahl der Menschen, die die Behandlungsangebote der Dürener Klinik nutzen, weiter steigen. Martina Wenzel-Jankowski: „Umso wichtiger ist es, Behandlung in ansprechenden, funktional optimierten Räumen anbieten zu können.“ Die Bauprojekte in Düren seien zudem von „bedeutender strategischer Relevanz“ für den Standort.

„Heute ist ein guter Tag für die LVR-Klinik, die Stadt und den Kreis Düren“, urteilte folglich Willi Bündgens, stellvertretender Vorsitzender des Krankenhausausschusses 1 der Landschaftsversammlung Rheinland. In „nur neun Monaten Bauzeit“ wurde das Projekt realisiert. Für die Planer war es eine Herausforderung, bei einer möglichst kurzen Bauzeit den LVR-Bau- und Energiestandards zu genügen. Wegen der Brandschutzauflagen für das alte Haus 11 blieb nämlich nur ein äußerst schmales Zeitfenster für den Neubau und den Umzug von Patienten und Personal. Das neue Haus 11 entstand deswegen in sogenannter Modulbauweise, vorgefertigte Elemente wurden vor Ort zusammengefügt. „Das war ein sportlicher Zeitplan“, sagte Architekt Wolfgang Bergstermann.

„Den Planern ist es gelungen, ein Gebäude zu konzipieren, dessen Hülle den Standard der Energieeinsparverordnung erfüllt und mit konsequent regenerativen technischen Systemen die Bilanz eines Passivhauses deutlich unterschreitet“, lobte Willi Bündgens, der von einem „Hocheffizienzhaus“ sprach. Die Nutzung von Geothermie zur Deckung des Wärmebedarfs komme ebenso zum Einsatz wie Photovoltaik zur Deckung des Strombedarfs. Die Verbesserung der medizinischen Infrastruktur gehe mit einer Steigerung der Energieeffizienz einher. Die gleichen Ziele gelten auch für den zweiten Bauabschnitt. Der Abriss des bisherigen Hauses 11 soll im Sommer beginnen.

„Mir fallen heute mehrere Felsbrocken vom Herzen“, ließ Ulrike Beginn-Göbel ihrer Freude freien Lauf. Bis Ende des Monats soll der Umzug ins neue Haus 11 abgeschlossen sein. Seit dem Jahr 1995 habe sich die Ärztliche Direktorin mit dem Neubau beschäftigt, andere Kollegen noch länger. Das Warten auf die modernen Räume habe sich gelohnt; eine neue Ära habe begonnen.

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