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Aktivkohle aus Olivenkernen stärkt Ofenbauer Elino

Von: Burkhard Giesen
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Dürens Industrieofenbauer Elino erschließt sich mit neuen, innovativen Produkten neue Absatzmärkte und profitiert von Synergieeffekten des Eigners Testing Service. Die nutzen beispielsweise die Dürener Hallen, um ihre Reifenteststände weiterzuentwickeln. Foto: Burkhard Giesen

Düren. Über Innovation und neue Produkte zusätzliche Absatzchancen zu generieren, so könnte man vielleicht umschreiben, was den Rölsdorfer Industrieofenbauer Elino auch nach über 80 Jahren noch antreibt – und erfolgreich macht.

„Wir versuchen Ofenanlagen neu zu erfinden“, sagt etwa Dr. Martin Konrad, Technischer Direktor beim Aachener Unternehmen Testing Service GmbH, zu dem TS Elino seit Anfang 2015 gehört. Die neueste Errungenschaft: ein Ofen, in dem in nur einem Arbeitsschritt Aktivkohle hergestellt werden kann, zum Beispiel aus Olivenkernen.

„Wir sind die ersten, die eine Anlage entwickelt haben, in der Aktivkohle in einem einstufigen Prozess hergestellt werden kann, und waren von der Qualität des Produktes selbst überrascht“, sagt Konrad. Die gefertigte Kohle ist extrem hart und hat eine große Oberfläche, was wiederum beim Einsatz des Produktes zur Trinkwasseraufbereitung hilfreich ist, weil es so gelingt, Rückstände wie Pestizide und Medikamente aus dem Wasser herauszufiltern. Die Anlage ist gezielt so gebaut worden, dass sie die Dimension eines Containers nicht überschreitet, kostengünstig ist und vor allem ein ebenso kostengünstiges Produkt liefern kann, um insbesondere auch in Entwicklungsländern eingesetzt werden zu können.

Ein schönes Beispiel für die Innovationskraft des Unternehmens, das trotz zweier Insolvenzen dank seiner Qualität nie wirklich um den Fortbestand kämpfen musste. Elinos Marktstellung hat über die Insolvenzen hinweggeholfen, die Kunden haben Investitionen eher verschoben, als sie zu stornieren. Dabei ist insbesondere Deutschland einer der großen Märkte, wenn es um Anlagen für die Chemieindustrie oder Autozulieferer geht. Viele Aufträge kommen aber zunehmend auch aus China. 70 Arbeitnehmer werden derzeit beschäftigt, bei einem Umsatz von rund zehn Millionen Euro jährlich. Das klingt zunächst nach einem Rückschritt. Immerhin gab es Zeiten, in denen Elino das Dreifache umsetzte, aber dennoch nicht gewinnbringend arbeitete. Das ist heute anders.

Elino-Geschäftsführer Dr. Stephan Köhne: „Wir nehmen die Aufträge, die sich rechnen. Wir kaufen keine Aufträge.“ Durch die enge Verzahnung mit der Aachener „Mutter“ rechnen sich insbesondere die Aufträge für den Automobil-Bereich. Aktuell baut Elino beispielsweise 5000 Meter weiter beim Automobilzulieferer Neapco eine neue Anlage auf. So fertigt Elino Öfen, die in der Spritzgusstechnik eingesetzt werden: Aus Metallpulver entstehen unter Wärmebehandlung Werkzeuge, die im Automobilbereich eingesetzt werden, „die vor allem korrosionsbeständig sind und von sehr komplexer Geografie sein können“, wie Francisco Lopez, bei Elino für die Pulvermetallurgie zuständig, erläutert. Auch in diesem Segment geht es darum, den Unternehmen Anlagen zu liefern, um effektiver und kostengünstiger arbeiten zu können.

Dreiste Kopien

Schon immer war es dabei ein großer Vorteil des Dürener Herstellers, die Anlagen im eigenen Betrieb aufbauen und testen zu können, um sie an die spezifischen Kundenwünsche anzupassen. Das erklärt die Treue der Kunden, aber auch den Zwang zur Innovation. Geschäftsführer Stephan Köhne: „Unsere Öfen werden teilweise von Mitbewerbern nachgebaut. Da wird immer dreister kopiert.“

Belohnt wird die Innovationskraft von Elino mit einer Förderung durch das Bundesforschungsministerium. An der Aktivkohle-Anlage tüftelt man noch. „Es gibt noch Optimierungsbedarf. Wir wollen noch gezielt Dampf zuführen, um die Poren der Aktivkohle weiter zu vergrößern“, erklärt Konrad, der sich über eine Förderung von insgesamt knapp 270.000 Euro freut. Grund genug für Dürens Staatssekretär im Ministerium, Thomas Rachel, sich bei Elino selbst von der dort geleisteten Arbeit zu überzeugen und die Nachhaltigkeit des Produktes zu loben.

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