„Aktion Lebensfreude” unterstützt Behinderte

Von: Norbert Holthoff
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Haben durch die „Aktion Lebensfreude” ebenfalls zueinander gefunden und verbringen gemeinsam Freizeit: Ramona Steinbusch (l.) und Jenny Rosarius.

Langerwehe/Kreis Düren. „Wir verstehen uns als Umschlagplatz für Informationen, Vernetzung sowie Partner für Familien mit Behinderten, die wir bei Chancen für ein selbstbestimmtes Leben begleiten möchten.

Wir wollen aber niemandem Konkurrenz machen”, betonen Petra Steinbusch und Petra Rosarius wie aus einem Mund. Steinbusch ist Vorsitzende der vor knapp einem Jahr in Jülich ins Leben gerufenen „Aktion Lebensfreude - Integration, Freizeit und Kontakte für Behinderte”; Rosarius begleitet die Aktivitäten von der ersten Stunde als Coach.

Bei der Bundeskanzlerin

Und beide so erfolgreich, dass die Langerweherin und die Jülicherin mit Liesel Ganser aus Nideggen jüngst von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin empfangen wurden. Grund: Sie gehörten beim bundesweiten Projekt „startsocial - Hilfe für Helfer” aus 100 Stipendiaten zu den 25 in der Bundesauswahl.

Zuvor hatte sich Steinbusch um ein Beratungsstipendium beworben und aus knapp 400 Kandidaten einen der 100 begehrten Plätze bekommen. Mithilfe dieses Stipendiums wurden die Vereinsaktivitäten professionalisiert und weiterentwickelt.

„Wer kann schon einmal persönlich mit der Bundeskanzlerin sprechen”, spürt man bei Steinbusch und Rosarius noch immer Herzklopfen. Dass es nicht auch noch zum Sprung aufs „Treppchen” reichte, kann das „Trio” verschmerzen.

„Sie müssen wirklich nicht enttäuscht sein, wenn Sie es nicht unter die ersten Drei geschafft haben. Ihren ehrenamtlichen Einsatz kann man stellvertretend für all jene nennen, die sich für unsere behinderten Mitmenschen einsetzen”, ermunterte sie Angela Merkel.

Dieser Einsatz, der täglich Stunden verschlingt, kommt nicht von ungefähr: Petra Steinbuschs Tochter Ramona kam mit dem so genannten Down-Syndrom auf die Welt.

Die inzwischen 15-Jährige hat das Down-Syndrom, weiß längst ihre Stärken und Schwächen einzuschätzen und hat so viel Selbstbewusstsein getankt, dass sie nicht nur die schwierige Pubertätsphase zu meistern versteht - auch dank der Unterstützung der Familie, insbesondere von Mutter Petra.

Die kannte ihre Namensvetterin nicht, als sie sich wie diese bei „startsocial” bewarb. Petra Rosarius: „Wir wurden einfach einander regional zugeordnet und miteinander verknüpft.”

Seither trifft man sich, nachdem die organisatorische Aufbauphase gemeistert war, mit fast 30 Gleichgesinnten regelmäßig, um Informationen auszutauschen und Aktionen für Behinderte gleich welchen Alters ins Leben zu rufen.

Da gibt es zum Beispiel die integrative Disco für Kinder und Jugendliche in Jülich. „Dabei können wir behinderte und nichtbehinderte Jugendliche motivieren, auch außerhalb dieser Tanzveranstaltungen Zeit miteinander zu verbringen. Toleranz und Respekt müssen auf beiden Seiten sein”, fordert Petra Steinbusch. Geplant sind Kegeln, Partys, Zelten, ein Wandertag sowie eine Partnerschaftsbörse für Freizeitbeschäftigungen. Und ein „Talenttag”.

Bei allem kommen ihr die weit verzweigten Kontakte zu Verbänden, Vereinen, Politikern und Sponsoren sehr zu Hilfe - nicht nur wegen der stets aktuellen Nachrichten aus dem Behindertenbereich.

Steinbusch: „Für mich stehen Behinderte an erster Stelle. Alle anderen sind für mich gleichermaßen Fachleute.”

Da es aber nicht nur im Jülicher Raum Behinderte gibt, ist es das große Ziel der beiden „Motoren” und ihrer weiteren „Antriebskräfte”, in Düren und anderen Kommunen des Kreises ebenfalls „Aktionen Lebensfreude” auf den Weg zu bringen. Dazu geht Petra Steinbusch auch in Schulen und Kindergärten, um sich Fragen zu stellen und für ihre Anliegen zu werben.

„Ehrenamtliche Helfer müssen sich nicht fest verpflichten”, erklärt Petra Rosarius, „man kann auch dann einspringen, wenn Not am Mann ist. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen Gutes tun wollen - vor allem auch Senioren.” Ziel sei es, möglichst ortsnahe Angebote zu machen, „weil Behinderte darauf angewiesen sind, dass man sie fährt.”

Petra Steinbusch: „Wir setzen uns für ein selbstbestimmtes Leben von Behinderten ein - getreu dem Leitgedanken „Hilf mir, es selbst zu tun.”
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