Akademie in Heimbach: Kunstjahr beginnt mit Holz und Abfall

Von: Gudrun Klinkhammer
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Kunst in der Burg Hengebach: Gut besucht war der Schnupper-Workshop mit dem Titel „Spontane Niederschrift seelischer Zustände und Träume“ von Maler Henryk Kita (2. v. r.). Foto: Klinkhammer
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Jürgen Hilger aus Birgel nahm an einem Workshop teil, um Kontakte zu knüpfen. Der 56-Jährige steckt sich Ziele über das Berufsleben hinaus. Foto: Klinkhammer
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Seit 2009 Leiter der Kunstakademie: Prof. Frank Günter Zehnder. Foto: Klinkhammer

Heimbach. Das Stück Holz liegt ganz leicht in der Hand. Ein Fundstück, Herkunft ungeklärt. Dessen Zukunft zeichnete sich am Samstag in der Internationalen Kunstakademie in Heimbach allerdings deutlich ab: In einem Workshop bei Dozentin Una Sörgel verarbeitete Ela Rübenach aus Flamersheim im Kreis Euskirchen das markante Holzteil in einer Skulptur.

Die Kunstakademie in der altehrwürdigen Heimbacher Burg Hengebach war am Samstag wieder Schauplatz des „Kick-Off“-Tages. Dieser findet seit der Eröffnung der Akademie im August 2009 jährlich statt, immer zu Jahresbeginn. Interessenten nehmen an Schnupperkursen teil, das Jahresprogramm wird vorgestellt, und man spricht unter Umständen über Neuerungen in der Bildungseinrichtung. Künstlerischer Leiter der Akademie ist Professor Frank Günter Zehnder seit der Eröffnung vor fast acht Jahren.

Una Sörgel ist neu in den Reihen der 55 Dozenten. Die studierte Bühnenbildnerin stammt aus Leipzig, lebt inzwischen in Köln. Zwei Stunden hatte sie am Samstag Zeit, vier Teilnehmern die Objektkunst schmackhaft zu machen. In Kisten und Tüten hatte sie Fundstücke und Abfallmaterial mitgebracht, und auch die mitunter versierten Teilnehmer hatten Arbeitsmaterial dabei.

Kontakte knüpfen

So breitete etwa Jürgen Hilger aus dem Dürener Stadtteil Birgel seine Schätze in Form von Holz- und Metallstücken auf der Arbeitsplatte aus. Der 56-Jährige, der beruflich mit Innenarchitektur zu tun hat, nahm am Kurs teil, um Kontakte zu knüpfen. „Panik vor dem Ende der Berufszeit habe ich zwar nicht, aber ich möchte Ziele haben. Auf das, was noch kommt im Leben, möchte ich vorbereitet sein“, sagte er.

Noch ist er in Sachen Messebau viel unterwegs, die Zeit im Ruhestand solle allerdings keine langweilige werden. Eine eigene Ausstellung mit seinen eleganten und durchdachten Skulpturen hat er noch nicht gesehen, erzählt er – aber wer weiß, was nach dem Berufsalltag so alles geschieht.

Una Sörgel bot ihren Teilnehmern zunächst Anregungen, indem sie Fotos ihrer eigenen Arbeiten und Bildbände bereitlegte. Die Bücher beschäftigen sich mit Künstlern wie dem französisch-amerikanischen Maler und Objektkünstler Marcel Duchamp, der als einer der wichtigsten Künstler des 20. Jahrhunderts gilt, oder dem Belgier René Magritte, ein Surrealismus-Künstler aus dem vergangenen Jahrhundert. Hinzu gesellte sich ein kleiner Exkurs in die griechische Mythologie. Spielerisch nahmen die jeweiligen Objekte dann Gestalt an, wurden bemalt und geschmückt.

Philosophische Malerei

Ebenfalls gut besucht war der Kurs von Henryk Kita. Der polnische Maler, Zeichner und Illustrator lebt inzwischen in Heimbach. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, das Empfindungsvermögen seiner Schützlinge zu sensibilisieren, wie er sagte. Meditative, philosophische Malerei mit symbolischen Inhalten solle helfen zu reflektieren, über eigene Werte und Malkultur nachzudenken.

Frank Günter Zehnder sagte, er sei sehr zufrieden mit der Entwicklung der Akademie. 1115 erwachsene Teilnehmer besuchten im vergangenen Jahr die gut 120 Kurse. Hinzu kamen 350 Kinder und Jugendliche, die bei den Angeboten „Kulturrucksack“ und „Kunstakademie für junge Leute“ dabei waren.

Verschiedene Kooperationen zahlten sich inzwischen aus: So gebe es Familien, die in den Partnerunterkünften der Akademie Urlaub machten – während sich die Kids während der Sommerferien in der Bildungseinrichtung beschäftigen, gehen die Eltern wandern. Ein Paket, das immer beliebter werde. „Wir sind im Sommer inzwischen regelmäßig ausgebucht, ein totaler Renner“, sagt Zehnder.

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