Acht Propeller für einen interaktiven Rundumblick

Von: Tobias Röber
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So sieht sie aus: Die Langerwe
So sieht sie aus: Die Langerweher Firma „Location 360” arbeitet mit einem solchen Octokopter.

Langerwehe. Drohnen sind allgemein als kleine unbemannte Fluggeräte bekannt, die oft zu militärischen eingesetzt werden. Auch im Dürener Raum kommen schon mal Drohnen zum Einsatz, kürzlich schwebte eine über einer Dürener Realschule. Aber keine Sorge, es handelt sich nicht um geheime militärische Operationen.

Die Langerweher Firma location 360 nutzt eine Drohne für Foto- und Videoaufnahmen der etwas anderen Art.

Wenn Mediendesigner Marko Ginster und seine Kollegen ihre Drohne in die Luft lassen, sieht das ein wenig aus wie auf einem Modellflugplatz. Gesteuert wird das Fluggerät mit einer ähnlichen Fernbedienung. Nur dass diese umgebaut ist, um wackelfreie Flüge zu ermöglichen. Die Drohne ist genau genommen ein Octokopter, also ein Helikopter mit acht Propellern. Ausgerüstet ist die Drohne mit einer Full-HD-Kamera, also der neuesten Technik.

100 Meter hoch

Nun darf man als Privatperson und als Firma nicht mal einfach so mit einer Drohne durch die Gegend fliegen. „Dafür brauchen wir die Genehmigung vom Luftfahrt-Bundesamt”, erklärt Ginster und fügt gleich an: „Für ganz NRW haben wir diese.” Bis zu 100 Meter darf die Drohne demnach hoch fliegen, dabei kann sie eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Stundenkilometern erreichen. 1,5 Kilometer Abstand bis zu einem Flughafen müssen ebenfalls eingehalten werden.

Die Drohne kann aber noch viel mehr. Da sie mit GPS ausgerüstet ist, kann sie etwa für so genanntes Wegpunktfliegen eingesetzt werden. Das bedeutet, dass die Drohne eine vorgegebene Strecke abfliegen und sogar an einzelnen Punkten für eine gewisse Dauer zu verweilen. Mit der Funkfernbedienung kann jeder der acht Rotoren einzeln bedient werden, Höhe, Geschwindigkeit, all das kann voreingestellt werden.

Laut wie ein Hummelschwarm

Samt eingebauter Technik wiegt die Drohne unter fünf Kilogramm und ist dabei „laut wie ein Hummelschwarm”, sagt Ginster. Ist die Drohne in rund 30 Metern Höhe angekommen, höre man kaum noch etwas von den Fluggeräuschen. Die Batterien reichen für rund sechs Minuten, danach muss die Drohne erst einmal wieder landen. Rund 10.000 Euro kostet ein solches Fluggerät.

Und wofür braucht man sowas? Lange ruhige Schwenks über ein Filmset bis zu einer Flughöhe von 100 Metern sind unter anderem möglich. Einschränkungen wie sie etwa ein Kamerakran mitbringt, gibt es nicht.

Auch Begleitungen einer Personen oder eines Fahrzeugs ohne die Einschränkungen eines Kamerawagens sind mit der Drohne möglich, bis hin zu rasanten Verfolgungsjagden. Aber auch Gebäude können aufgenommen werden. Interaktive Gebäudebegehung nennt Marko Ginster das.

Lautes Warnsignal

Zu den prominentesten Kunden zählen etwa die Macher des Aachener Reitsportfestes CHIO, und auch das Rhein-Energie-Stadion, Heimspielstätte des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln wurde bereits mit einer Drohne von location 360 aufgenommen.

Trotz dieser Kunden betonen die Macher der Langerweher Firma, dass die Preise nicht abgehoben, sondern am Boden geblieben seien und sich auch kleine Firmen, Privatpersonen oder Schulen einen solchen Flug leisten könnten. So waren eben besagte Realschule, aber auch zahlreiche Altenheime bereits Kunden. Es gibt auch vermehrt Anfragen aus dem europäischen Ausland.

Großgeschrieben werde auch die Sicherheit, erklärt Marko Ginster. „Wir fliegen natürlich nicht direkt über den Köpfen der Menschen”, sagt Ginster. Außerdem ist der Octokopter mit einem laut piepsenden Warnsignal und einer automatischen Landefunktion ausgerüstet, wenn die Batterien leer sind.

Ganz ohne Übung sind solche Flüge natürlich nicht möglich. Wie bei einem Modellflugzeug haben Marko Ginster und seine Kollegen auch mit der Drohne geübt, beziehungsweise sie üben auch jetzt immer wieder mal zwischendurch. Mit der Fernbedienung und dem Vorschaumonitor, auf dem sie die Flugstrecke genau nachvollziehen können.
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