Achim Hahne greift nach den Sternen

Von: Daniela Martinak
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Manchmal wirft Hobbyastronom A
Manchmal wirft Hobbyastronom Achim Hahne aber auch noch einen Blick durch das Teleskop in den eindrucksvollen Sternenhimmel. Foto: Martinak

Düren. Die Redewendung „Nach den Sternen greifen” hat für Achim Hahne eine ganz andere Bedeutung. Zu Hause hat sich das Mitglied des Arbeitskreises Astronomie der Volkshochschule Düren sein eigenes kleines Universum errichtet, und er verbringt fast jede freie Minute damit, in die zahlreichen Bücher rund um das Thema zu sehen.

Seit zwei Jahren ist der Dürener Mitglied des Arbeitskreises und freut sich immer, der zehnköpfigen Gruppe neu angeeignetes Wissen zu vermitteln.

„Man lernt nie aus, und genau das fasziniert mich.” Fragen wie „Was hält die Sterne zusammen und gibt ihnen ihre Form?”, „Wie entwickelt sich das Universum?” „Und wie ist eigentlich alles entstanden?”, beschäftigen Hahne bereits seit der Kindheit. „Während andere Jungs in meinem Alter mit Autos spielten, habe ich mir Astronomiebücher und ein Teleskop gewünscht.”

Alltägliche Dinge wie Gartenarbeit verrichtet der ehemalige Chemiker nie ohne den Gedanken an das Universum. Schwerkraft und Lichtgeschwindigkeit spielen bei allem, was er macht, eine Rolle, wenn auch manchmal unbewusst. „Oft komme ich nach Hause, und dann fällt mir etwas ein, was ich unterwegs gesehen oder gehört habe, und sofort sitze ich wieder an meinem Schreibtisch und überlege, welche Zusammenhänge da bestehen.”

Auch die übrigen neun Mitglieder des Arbeitskreises Astronomie sind in Gedanken stets bei den Sternen. Seit 2008 treffen sie sich vier Mal im Semester, um Wissen auszutauschen. „Das unterscheidet uns von den Astrologen. Wir sind keine Sternengucker. Wir sammeln Wissen und müssen unsere Thesen widerlegen”, erklärt die Leiterin des Arbeitskreises, Beate Kayser.

Die Astrophysik sei keinesfalls sinnlos. Nie wirklich zu wissen, wie es tatsächlich ist oder war, das mache den Reiz aus. „Natürlich ist es äußerst eindrucksvoll, durch ein Teleskop zu sehen und das Gefühl zu haben, die Sterne anfassen zu können, aber wie sie entstehen und warum sie nicht hinunterfallen, ist um einiges eindrucksvoller”, versichert Hahne und wirft einen flüchtigen Blick auf das schon recht verstaubte Teleskop in seinem Büro, das er nur selten nutzt.

Vieles, was die Menschen als selbstverständlich ansehen, laufe nur so ab, weil Wissenschaftler herausgefunden hätten, wie die Welt im Inneren funktioniere. So etwa die Medizintechnik und die Elektrizität. Was Schwerkraft bedeutet, wisse beinahe jeder, aber sie zu begreifen sei eine Kunst. Gerade einmal über fünf Prozent der Materie wüssten die Wissenschaftler Bescheid. Was tatsächlich am Montag war und wie alles entstand, steht in den Sternen, nur lesen müsste man es können.

„Wissen zu sammeln, ist unser Hobby. Auf unsere Treffen freuen wir uns immer besonders. Dann hat mindestens einer von uns ein Thema vorbereitet, über das wir endlos lange diskutieren können”, sind sich die beiden Hobbyastronomen einig. Vorträge über beispielsweise Paradigmenentstehung, Paradigmenwechsel und Radioastronomie werden von den Mitgliedern selber erarbeitet. Dass sich das Universum nicht nur ausdehnt, sondern auch beschleunigt, sei die neueste Erkenntnis und rege abermals zu Diskussionen an.

Darüber hinaus stehen auch regelmäßige Ausflüge auf dem Programm. „Der Besuch des Radioteleskops Astropeiler auf dem Stockert bei Bad Münstereifel ist noch vielen von uns in Erinnerung”, sagt Hahne. Alte Radiofrequenz-Bauteile im Museum, die Energiezentrale für den Antrieb, die Steuerzentrale und vor allem das Klettern durch die Drehachse des Teleskopes mit 25 Metern Spiegeldurchmesser bis zur Plattform in luftigen 30 Metern Höhe, ließen die Herzen der Astronomen höher schlagen.
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