Düren - Abwrackprämie macht der Branche Mut

Abwrackprämie macht der Branche Mut

Von: Fred Schröder
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In Düren wird die von der Bundesregierung eingeführte „Abwrackprämie” offenbar sehr positiv aufgenommen. Die Autohändler berichten von großer Nachfrage, auf den Schrottplätzen ist viel zu tun. Foto: Schröder

Düren. Der grüne Renault Twingo auf der Hebebühne ist Jahrgang 1994, der Ford Sierra Turnier, den Gerd Saengersdorf am Haken des Abschleppwagens in die Halle zieht, hat noch ein paar Jahre mehr auf dem Buckel.

Es sind nur zwei von knapp einem dutzend Fahrzeugen, die in den vergangenen Tagen bei dem Fach- und Entsorgungsbetrieb für Kraftfahrzeuge an der Brückenstraße angeliefert wurden - im Rahmen der „Aktion Abwrackprämie”.

Es sei in diesen Tagen spürbar mehr zu tun, sagt Saengersdorf und begrüßt die Initiative der Bundesregierung. Da ist sich der Verwerter mit den von der DZ befragten Autohändlern einig: „Die Aktion weist in die richtige Richtung; es wird sich auf dem Automobilmarkt etwas bewegen”, ist die Branche in Düren optimistisch.

Deutliche Worte spricht Jörn Pölderl vom Autohaus Pölderl: „Das ist endlich einmal eine politische Entscheidung, die ohne Tricks und Schlupflöcher dem kleinen Mann zugute kommt”, lautet sein Urteil, das sich mit dem anderer Händler deckt: „Das ist die absolut richtige Richtung”, sagt Berthold Printz, Verkaufsleiter bei Wolff & Meier in Birkesdorf.

Er meldet „reges Interesse” der Kunden, stellt aber noch Aufklärungsbedarf fest. Bei deutlich höherem Interessentenaufkommen sieht auch Hans-Gerd Esser vom Autohaus Ferebauer noch Informationsbedarf.

Martin Rath, für den Verkauf bei Auto Conen an der Automeile verantwortlich, hat bei den Kunden Befürchtungen und Defizite bezüglich der Abwicklung des Verfahrens festgestellt. Insbesondere interessiert Käufer wie Händler die Frage: Wie kommt das Geld und wann kommt es? Auf die Antwort wird man noch warten müssen.

In einer Bewertung sind sich alle befragten Verantwortlichen in den Autohäusern einig: Durch die Abwrackprämie wird das Geschäft wieder angekurbelt.

Die Nachfrage in den ersten Tagen des jungen Jahres lässt erkennen, dass sich die Kunden insbesondere für Kleinwagen und das Segment der unteren Mittelklasse interessieren. „Das sind die Kunden, die bisher 10.000 bis 12.000 Euro für einen Gebrauchten ausgegeben haben und jetzt mit der Abwrackprämie einen neuen Wagen erstehen können.

„Fragen Sie mich noch einmal in vier Wochen; da sieht das alles noch positiver aus”, prophezeit Jörn Pölderl und befindet sich damit auf gleichem Kurs wie Kollegen in anderen Autohäusern.

Noch nicht ganz eindeutig ist die Vorgehensweise. Die Autohändler wollen den Kunden so viel wie möglich vom „Papierkram” abnehmen. Aber das Geld müsse sich der Kunde selber beschaffen, heißt es. Ein Händler stellt sich die Frage, wie er an das Geld kommt, wenn die 1,5 Milliarden Euro der Bundesregierung aufgebraucht sind. Vorfinanzieren, so heißt es unisono, können die Händler die Abwrackprämie nicht. Deshalb der gute Rat an alle Kaufinteressenten: Die Prämie früh beantragen.
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