Abschluss der Annaoktav: Humor und Religion gehören zusammen

Von: Kim Statzner
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Der Eindruck täuscht: Erst ganz zum Schluss seiner Predigt zieht sich Diakon Willibert Pauels, im Karneval auch als „Ne Bergische Jung bekannt“, die Clownsnase auf. Foto: Kim Statzner

Düren. Humor und Religion gehören für Diakon Willibert Pauels fest zusammen. Am letzten Sonntag der Anna-Oktav hielt der 62-jährige die Predigt mit dem Thema „– an die Ränder“ als Gast in der gut gefüllten Annakirche. Der Diakon aus Gummersbach ist auch als Büttenredner aus dem Kölner Karneval unter dem Namen „Ne Bergische Jung“ bekannt.

Am Sonntag referierte er zwar nicht in der Bütt, sein kölscher Akzent und auch der ein oder andere Witz kamen aber trotzdem zum Einsatz.

Dabei war das Thema seiner Predigt durchaus ernst. Er sprach sich dafür aus, neue Wege zu gehen – das Thema der diesjährigen Annaoktav – auch wenn diese neuen Wege manchmal Angst machten. Es sei wichtig die Frohe Botschaft mutig an die Ränder zu tragen.

Zu Beginn berichtete er über einen Aachener Arzt, der Nahtoderfahrungen erforscht. „Alle, die so eine Erfahrung hatten, berichten von einem unwirklichen, strahlenden, gleißenden Licht“, so Pauels. „So wie Paulus, als er noch Saulus war.“ Gleichzeitig zitiert er Goethes Beispiel einer Raupe, die ihr eigenes Grab, den Kokon, spinne, das aber nur der Weg zur Verwandlung sei. „Wenn die Atheisten recht haben, dann sind wir nichts als Zellhaufen, die irgendwann im Nichts verglühen“, sagt er.

Der Tod ist keine Endstation

„Wenn der Tod aber nur eine Station und keine Endstation ist, dann kommt für jeden nicht nur der Karfreitag, sondern auch die Sonne des Ostersonntags.“ Dies sei die Botschaft, die die Kraft gäbe, an die Grenzen zu gehen und sei somit die Botschaft, die an die Ränder getragen werden solle. Außerdem sprach Pauels die Rolle des Humors in der Religion an. Er warnte vor denen, deren Religion es nicht erlaubt, über sich selbst zu lachen. Am Ende seiner Predigt zog der „Bergische Jung“ zu allgemeinem Gelächter sogar noch seine Clownsnase an und erzählte seinen Lieblingswitz über Religion.

„Dieser eine Witz erzählt mehr über die frohe Botschaft, als zehn Vorlesungen an der Universität“, sagt er. „Nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln. Die Rheinländer haben das im Blut, und ich wünsche mir, dass das für uns alle gelingt.“ Trotz des eigentlich sehr ernsten Themas und der Diskussion über den Tod, endete die Predigt am Sonntag also mit Lachen und Applaus für den Gast.

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