Abriss erhitzt Gemüter: 500 Unterschriften für die Brücke

Von: kin
Letzte Aktualisierung:

Langerwehe. Der geplante Abriss der Fußgängerbrücke in der Heinz-Emonds-Straße erregt die Gemüter in Langerwehe. Es hat sich ein Bürgerprotest formiert, innerhalb kürzester Zeit haben engagierte Langerweher rund 500 Unterschriften gesammelt.

Anlass für Bündnis 90/Die Grünen eine außerordentliche Ratssitzung zu beantragen. Und am Dienstag, 28. April (18 Uhr, Kulturhalle) werden die Ratsmitglieder nu erneut über die Zukunft der Brücke entscheiden.

Zum Hintergrund: Der Langerweher Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung beschlossen, die Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke Aachen-Köln an der Heinz-Emonds-Straße abzureißen – und zwar ersatzlos. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Brücke marode ist. Der Abriss der Brücke kostet 115.000 Euro, eine Sanierung würde 250.000 Euro kosten, Abriss und anschließender Neubau würden mindestens mit 500.000 Euro zu Buche schlagen.

„Diese Brücke“, sagt Elke Cremer, die die Unterschriftenaktion initiiert hat, „verbindet zwei Ortsteile miteinander, nämlich Langerwehe und Stütgerloch. Gerade für die Schulkinder ist sie eine wichtige Verbindung.“ Auch viele ältere Leute, ergänzt Ehemann Franz-Josef, würden über die Brücke in den Jüngersdorfer Wald gehen. „Ein Umweg ist für die Senioren viel zu weit.“

Die Entscheidung des Gemeinderates war eigentlich mehr als deutlich. Bündnis 90/Die Grünen hat sich einstimmig gegen einen Abriss der Brücke entschieden, von der SPD gab es eine Gegenstimme, von der CDU lediglich zwei Enthaltungen. „Die Entscheidung, die Brücke abzureißen“, so CDU-Fraktionsvorsitzende Astrid Natus-Can, „ist unter großem Zeitdruck gefallen. Wir hatten keine Gelegenheit, vorher mit den Bürgern zu sprechen. Das war sicherlich unglücklich.“ Es sei begrüßenswert, dass sich Bürgerprotest formiert habe. „Ich habe die leise Hoffnung, dass es vielleicht die Möglichkeit gibt, die Brücke für weniger Geld zu sanieren. Vielleicht findet die Verwaltung eine Lösung.“

„Wir müssen den Bürgerwillen in die Diskussion einfließen lassen“, so Barbara Andrä von Bündnis 90/Die Grünen. „Wir werden am 28. April auf jeden Fall eine geheime Abstimmung beantragen und dann gucken, was passiert.“ Es sei klar, dass Langerwehe nicht gerade im Geld schwimmen würde. Andrä: „Wenn die Bürger aber diese Brücke behalten möchten, muss die Gemeinde Prioritäten setzen und an anderer Stelle sparen.“ Hans-Uwe Endrigkeit von der SPD kündigte an, innerhalb der Fraktion das Thema Brückenabriss noch einmal gründlich zu diskutieren. „Bürgerbeteiligung ist uns wichtig. Wir werden vor dem 28. April noch einmal intensiv in die Beratung einsteigen.“

Klar, dass auch Elke und Franz-Josef Cremer mit ihren Mitstreitern an der Ratssitzung teilnehmen und bis dahin auch noch weiter Unterschriften sammeln werden. Am Samstag, 18. April, werden sie die ersten 500 Unterschriften an Bürgermeister Heinrich Göbbels übergeben.

Leserkommentare

Leserkommentare (9)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert