„Aboplus-Tour“: Vom Doppelleben eines Volleyballprofis

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
11307936.jpg
Blick hinter die Kulissen: 17 Leser unserer Zeitung hatten am Samstag die Gelegenheit, vor und nach dem Bundesligaspiel der SWD Powervolleys mit Trainer Anton Brams (Bild), Sponsoren-Betreuerin Karolina Bednarova und Spielführer Jaromir Zachrich zu sprechen. Foto: Sandra Kinkel

Düren. Ein Geheimnis bleibt ungeklärt. Einen Blick in die Spielerkabine der SWD Powervolleys Düren durften die 17 Abonnenten unserer Zeitung, die am Samstag im Rahmen einer „Aboplus-Tour“ das Volleyball-Bundesligaspiel zwischen Düren und dem TV Rottenburg verfolgt haben, nicht werfen.

„Die Kabine“, erklärte Karolina Bednarova, zuständig bei den Powervolleys für Organisation und Sponsorenbetreuung, „ist der Mannschaft absolut heilig. Da darf keiner rein.“ Ansonsten erlebten die Leser aber einen spannenden Blick hinter die Kulissen einer Bundesligapartie. Und – genau wie die rund 1600 anderen Volleyballfans in der Arena – ein absolut spannendes Spiel mit dem perfekten Ausgang für die Powervolleys.

3:0 hat Düren den Gegner aus Rottenburg geschlagen, die Sätze waren aber hart umkämpft, das Ergebnis mit 28:26, 27:25 und 25:23 denkbar knapp. „Weil wir in den vergangenen Wochen sehr viele Spiele hatten, und die Belastung für meine Mannschaft unglaublich hoch war“, erklärte Trainer Anton Brams, „habe ich versucht, heute möglichst oft zu wechseln, um die Anstrengung auf viele Schultern zu verteilen. Deswegen hat uns ein wenig die Konstanz gefehlt.“

Begonnen hatte der Abend im Kraftraum der Arena, also genau dort, wo die Volleyballer auch regelmäßig ihre Muskeln stählen. „Es gibt jeden Tag zwei Trainingseinheiten“, erklärte Karolina Bednarova. „Morgens sind die Spieler im Kraftraum, nachmittags in der Arena, um Volleyball zu trainieren.“ Die ehemalige Spielführerin der „Ladies in Black“ aus Aachen erzählte, dass die Dürener Spieler zwischen 19 und 32 Jahre alt seien. „Dennis Barthel ist der jüngste und der einzige Spieler, der aus Düren kommt.“ Und er gehört zu denen mit den größten Füßen – immerhin braucht der Abiturient Turnschuhe in Größe 52...

Spielführer Jaromir Zachrich berichtete, dass die Mannschaft vor jedem Spiel eine mehrstündige Videoanalyse des Gegners machen würde. „Dabei legen wir fest, wer wie aufschlagen soll“, so der 30-Jährige, der demnächst sein Examen als Lehrer für Deutsch und Sport ablegen möchte. „Wir haben also einen Plan für das Spiel. Ob die Umsetzung immer gelingt, ist eine andere Frage.“ Die Einflussnahme des Trainers auf die Mannschaft während der Partie, betonte Zachrich, sei relativ hoch. „Die taktische Einstellung des Teams und die Ein- und Auswechselungen während des Spiels sind für uns unglaublich wichtig. Genau wie die Auszeiten. Der Trainer muss ein Händchen dafür haben, wann seine Mannschaft eine Auszeit braucht und wann nicht.“

Während des Spiels nehme man wahr, dass es in der Halle sehr laut sei. „Mehr aber auch nicht. Deswegen wird auch der Heimvorteil oft überbewertet“, sagte Zachrich. „Die Spieler sind so fokussiert auf die Partie, dass man von dem Drumherum nur sehr wenig mitbekommt.“ Zachrich berichtete darüber hinaus vom „Doppelleben“ eines Bundesliga-Volleyballers. „Wir sind fast alle Studenten“, erzählte der Mittelblocker. „Nur die besten fünf Volleyballer der Welt verdienen mit dem Sport so viel, dass sie nicht unbedingt eine Ausbildung machen müssen.“

Zachrich ist überzeugt, dass der Sport ihm auch später im Beruf nutzen wird. „Teamfähigkeit, mit hohem Druck umgehen zu können, sind Dinge, die man beim Volleyball lernt.“ Volleyball sei zudem ein Fehlerspiel. Zachrich: „Statistisch gesehen haben wie sieben bis 13 Sekunden Zeit bis zum nächsten Ballwechsel. Das heißt, wir müssen sehr positiv sein und Fehler möglichst schnell vergessen, damit wir uns auf den nächsten Ballwechsel konzentrieren können.“

Beim Volleyball dürfe man nie zurück, sondern nur nach vorne schauen, um erfolgreich zu sein. Am Samstag hat das zumindest sehr gut funktioniert. Das nächste Heimspiel der Powervolleys findet am Mittwoch, 2. Dezember, statt. Gegner im CEV-Pokal ist dann Jihostroj Ceske Budejovice (Budweis) aus Tschechien.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert