Abgeschnitten, aufgehoben, aufgeklebt: Eine haarige Narrenkappe

Von: Sarah Maria Berners
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Eine Narrenkappe in den Farben
Eine Narrenkappe in den Farben der KG „Wendene Seempött”: Marcel Schenk hat sie aus echten Haaren seiner Kunden gebastelt. Foto: Berners

Düren/Winden. Eigentlich fanden alle die Idee witzig, verrückt, gut. Und „typisch Marcel”. Nur die Mutter fand die Mütze aus anderleuts Haaren dann doch ein wenig ekelig. „Dabei sind die Haare doch frisch gewaschen”, sagt Marcel Schenk.

Schenk ist Friseurmeister in Düren. Haare sind sein Beruf. Und sein Partner ist Karnevalsprinz in Winden. Da lag es für ihn auf der Hand, das eine mit dem anderen zu verbinden. Und als die beiden so da saßen und den Kopfschmuck des Prinzen bestaunten, das kam dem Friseur die verrückte Idee, eine Narrenkappe aus echten Haaren zu basteln.

Von knapp 20 Kunden und Köpfen sammelte Schenk in seinem Salon die Haare. Graue, braune, blonde. Mit zwei Flaschen Haarlack, also einem Liter, hat Marcel Schenk die Haare auf ein Narrenkappenmodell aus Papier geklebt. Locke für Locke, Schicht für Schicht. Zunächst sah es einfach nur aus wie ein wilder Berg voller Haare. Mit grünem und blauem Karnevals-Haarspray hat Marcel Schenk die Kappe in den Vereinsfarben der KG „Wendene Seempött” besprüht.

Und weil sich auf die Schnelle niemand finden ließ, der sich ganz lange Strähnen abschneiden lassen wollte, hat Marcel Schenk ein paar Extensions, also Haarverlängerungen, zur Seite gelegt. „Wenn die ausgetauscht werden, fliegen sie ja sowieso auf den Müll.” Mit goldenem Spray hat er wellige Strähnen und schmale, geflochtene Zöpfe kunstvoll um die Narrenkappe gebunden. Ein paar Perlen und ein paar Glöckchen hinzu - und fertig war das außergewöhnliche Objekt.

„Gut 20 Stunden Arbeit stecken darin”, erzählt der 38-Jährige. Und soweit er weiß, ist er der erste Jeck, der die Idee hatte, eine Narrenkappe aus echten Haaren zu basteln. In seinem Friseursalon hat er neben dem Objekt schon ein Schild mit der Aufschrift „Die weltweit erste Narrenkappe aus echtem Haar” aufgestellt.

Und am Aschermittwoch, wenn für ihn und seinen Partner erstmal alles vorbei ist, hat die Narrenkappe noch lange nicht ausgedient. Das verrückte Kunstobjekt soll in einer Vitrine weiter ausgestellt werden. Ob er auch in Zukunft verrückte Objekte aus den Haaren seiner Kunden zaubern wird, weiß er noch nicht. Spaß daran hätte er schon.
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