Düren - Abgemeldete Autos: Eine praktische Form der Entsorgung?

Abgemeldete Autos: Eine praktische Form der Entsorgung?

Von: Stephan Johnen
Letzte Aktualisierung:
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„Nur“ ärgerlich oder gar eine Gefährdung des Straßenverkehrs? An der Heinrich-Dauer-Straße wurde offenbar ein Auto entsorgt. Foto: Johnen

Düren. Der Unmut ist groß: Seit Ende Januar steht an der Heinrich-Dauer-Straße ein Auto im eingeschränkten Halteverbot, halb auf dem Bürgersteig. Die Kennzeichen sind abmontiert. Die Vermutung liegt nahe, dass jemand auf diese Weise ein Auto entsorgen möchte. Ein Einzelfall? Und welche Möglichkeiten hat das Ordnungsamt, dagegen vorzugehen?

„Der Fall ist uns bekannt“, sagt Matthias Rothkranz, der stellvertretende Leiter des Amtes für Recht und Ordnung der Stadt Düren. Nach Einschätzung der Kollegen aus dem Außendienst stelle der Wagen keine große Behinderung oder eine Gefährdung dar.

Deswegen sei er bislang nicht abgeschleppt worden. In einem ersten Schritt sei ein gut sichtbarer Zettel angebracht worden, der den Besitzer dazu auffordert, sein Fahrzeug zu entfernen. Meist führe dies schon zum gewünschten Erfolg.

351 solcher Aufkleber haben die Mitarbeiter des Ordnungsamtes im vergangenen Jahr auf Autos im Stadtgebiet geklebt. Nur sechs Wagen mussten abgeschleppt werden. „Hinweise erreichen uns immer wieder von Bürgern. Auch die Kollegen halten die Augen offen“, sagt Rothkranz. Fakt ist: Wird ein Wagen abgemeldet, darf er nach Ende des Abmeldetages nicht mehr auf einer öffentlichen Straße stehen.

„Viele Menschen, die beispielsweise ihren Wagen verkaufen möchten, wissen das nicht“, erklärt Rothkranz. In den meisten Fällen verschwinde der Wagen innerhalb kurzer Zeit. Ist die TÜV-Plakette abgekratzt oder der TÜV abgelaufen, der Wagen aber noch angemeldet, darf er weiterhin auf der Straße geparkt werden.

Zurück zum konkreten Fall. Da niemand auf den Aufkleber reagiert hat und die Fahrgestellnummer nicht direkt einsehbar war, hat ein Spezialunternehmen im Auftrag der Stadt die Motorhaube geöffnet, um an die aussagekräftige Nummer zu gelangen.

Der Besitzer des Wagens kommt laut Auskunft des Kraftfahrt-Bundesamtes aus Witten. Auf eine in diesen Fällen übliche schriftliche Aufforderung der Stadt habe er bislang nicht reagiert. Der Wagen wird also in Kürze abgeschleppt und verwertet.

Die Kosten des Abschleppens sowie ein Bußgeld und die „Miete“ für die Nutzung des Bürgersteigs muss der letzte bekannte Halter zahlen. Etwa 250 Euro kommen so zusammen. Zwar gibt es offiziell keine Frist, die Stadt wartet aber in der Regel die Rechtsmittelfrist von einem Monat ab, bevor abgeschleppt wird.

Es haftet der letzte amtlich bekannte Halter, solange dieser nicht nachweisen kann, dass er den Wagen verkauft hat. „Viele Autos wechseln aber ohne Kaufvertrag den Besitzer, manchmal reichen dem Verkäufer ein Handschlag und Bargeld.“ Rothkranz warnt davor, ein Auto ohne Dokumentation zu verkaufen.

Es gab sogar schon Fälle, in denen das Auto nicht abgemeldet wurde, ein neuer Besitzer auf Kosten des Vorbesitzers Knöllchen sammelte. Apropos Kosten: Wenn sich ein Halter nicht mehr ermitteln lässt, weil er keinen festen Wohnsitz hat oder untergetaucht ist, bleibt die Stadt auf den Kosten sitzen.

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