Lendersdorf - Abenteuer Zukunft: Berufsorientierung für Schüler

Abenteuer Zukunft: Berufsorientierung für Schüler

Von: Stephan Johnen
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Bühne frei: Eine Runde Improvisationstheater gehörte mit zum Erlebnisparcours. Foto: Stephan Johnen

Lendersdorf. Das Angebot ist groß, vielleicht sogar unüberschaubar. Bei mehr als 350 dualen Ausbildungswegen sowie zahlreichen schulischen Ausbildungen und Studienmöglichkeiten ist es für Jugendliche wahrlich nicht einfach, sich auf dem Weg ins Berufsleben zu orientieren.

Das Projekt „Komm auf Tour – meine Stärken meine Zukunft“ soll Jugendlichen dabei helfen, die eigenen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken. Bis zum 6. Februar nehmen 550 Schüler der 7. Klassen von Haupt-, Gesamt- und Realschulen sowie die 8. Klassen von Förderschulen aus dem Dürener Südkreis daran teil. In der Lendersdorfer Rurtalhalle wurde dafür eigens ein Parcours mit sechs Stationen aufgebaut. Wer ihn durchläuft, erfährt etwas über sich selbst. Am Dienstag ging es für die ersten Klassen „auf Tour“.

„Du kannst mehr, als du bislang weißt. Probier aus, was dir Spaß macht. Zuhause, in der Schule und im nächsten Praktikum“, übermittelt Projektbetreuerin Susanne Biehler eine zentrale Botschaft des Projekts an die Jugendlichen. Finanziert wird der Parcours, der seit 2009 Station im Kreis Düren macht, vom Schulministerium, der Regionaldirektion NRW der Arbeitsagentur und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Regionale Kooperationspartner sind neben Jugendheimen und Jugendeinrichtungen unter anderem auch die Job-com des Kreises Düren, die Jugendämter von Stadt und Kreis sowie Sozialverbände. Im Vorfeld wurden die Lehrer der Schulen bereits in einem zweistündigen Workshop auf den Parcours vorbereitet. Auch Handwerker und Industrieunternehmen beteiligten sich. Auszubildende begleiteten die Schüler und standen Rede und Antwort.

Auf spielerische Art lernten die Schüler beispielsweise auf der Bühne beim Improvisationstheater oder in der „sturmfreien Bude“ ihre Stärken, Kompetenzen und Interessen besser kennen. Im Verlauf des zweistündigen Programms wurde auch überprüft, ob die spielerisch entdeckten Stärken, die bestimmten Berufsfeldern zugeordnet wurden, mit der Selbsteinschätzung der Schüler übereinstimmen.

„Die Stärken stehen aber im Vordergrund. Jeder Schüler geht mit einem positiven Gefühl raus“, bilanzierte der Dürener Stadtjugendpfleger Peter Junker. „Mit diesem Projekt wollen wir einen Impuls geben“, erklärt Susanne Biehler. Für Schüler, aber genauso für Eltern und Lehrer: Sie alle würden bei der Berufsorientierung eine wichtige Rolle spielen.

Wie wichtig es ist, eine realistische Einschätzung seiner eigenen Stärken und seiner Berufsvorstellungen zu haben, verdeutlichte Uwe Günther, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Rureifel. „Die Abbrecherquote im Handwerk liegt bei 25 Prozent, weitere 25 Prozent der Azubis schaffen die Abschlussprüfung nicht im ersten Anlauf“, sprach er von „alarmierenden Zahlen“.

Oftmals hätten sich die Auszubildenden „etwas anderes vorgestellt“. Aus diesem Grund könne nicht früh genug mit der Berufsorientierung begonnen werden. Eine Einschätzung, die auch Dürens Bürgermeister Paul Larue teilt. Er gab den Schülern mit auf den Weg, sich stets bewusst zu sein, dass Menschen „nicht nur eine Fähigkeit“ haben. „Es gibt nicht nur Probleme, es gibt auch Chancen“, empfahl Larue, bei der Berufswahl auch nach links und rechts zu schauen.

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