A-Cappella-Comedy-Gruppe „Intrmzzo“ gibt Konzert in Düren

Von: Gudrun Klinkhammer
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Auf extrem hohem Niveau: Die niederländische A-Cappella-Comedy-Gruppe „Intrmzzo“ gastierte im Haus der Stadt. Für ihre fantastische Leistung erhielten die Sänger begeisterten Applaus. Foto: Gudrun Klinkhammer

Düren. Augen schließen, zurücklehnen und genießen, diese Vorgehensweise empfahl sich am Dienstagabend im Konzertsaal im Haus der Stadt. Klänge, die die Besucher einhüllten wie ein weiches Oberbett und ihnen ein gigantisch gutes Gefühl gaben, erfüllten gut zwei Stunden lang in schönster Form den Raum.

Allerdings war es ratsam, die Augen zwischenzeitlich als Zuschauer auch mal wieder aufzumachen. Denn das Gesangsquartett „Intrmzzo“ bot mit seinem Programm „Best of Intrmzzo“ nicht nur ausgezeichnete Musik, sondern auch herzerfrischendes Kabarett. Die niederländische A-cappella-Comedy-Gruppe bestach mit einem unglaublich vielseitigen Bühnenprogramm, das keinen der Anwesenden kalt ließ, sondern die Zuschauer mitriss.

Bei romantischen Liebesliedern wie „Eskimo Pussy“, die die Eskimomänner gerne ihren Frauen singen, legte der ein oder andere männliche Gast, berührt von der Musik, liebevoll den Arm um seine Sitznachbarin. Bei anderen Titeln, etwa mit Hip-Hop-Charakter, fiel es schwer, auf den Sitzen ruhig zu verharren. In keiner Sekunde war das Konzert langweilig.

Musik und Bewegung ergänzten sich hervorragend. Egal, ob Jazz, Pop oder Gregorianischer Gesang, die Spannungsbögen besaßen das perfekte Maß. Ganz in Schwarz gekleidet mit leicht kolorierten Krawatten betraten Merijn Dijkstra, Clemens Schmuck, Wouter Kronenberg und Tjidde Luhrs die Bühne. 1991 gründete sich die Formation, seit 2005 setzt sich das Ensemble aus den derzeitigen Akteuren zusammen. Alle sind Absolventen namhafter Musikhochschulen. Dementsprechend perfekt ist das Niveau.

Knackig artikuliert

Intonationsschwächen waren keine auszumachen, knackig wurde artikuliert und auf dem Punkt genau die verschiedenen Rhythmen akzentuiert. Es machte ebenso Spaß, sich mit dem Ohr einzelne Stimmen zu schnappen und diese zu verfolgen oder eben den Gesamtklang wirken zu lassen. So gefiel dem Publikum das berühmte „Ave Maria“ als vierstimmiger Choral und der Titel „Fame“ aus dem gleichnamigen Musical als swingende Nummer. Im Titel „Time after time“ rückten sich die Vier ziemlich auf die Pelle. Um imaginäre Spucktröpfchen von der Wange des singenden Kollegen zu entfernen, war die Krawatte gut genug. Kurzerhand wurden gewischt und gewedelt.

In der zweiten Hälfte enttäuschte das Quartett sein Publikum ebenfalls nicht – ganz im Gegenteil. Verblüffend war nicht nur die gekonnte Gesangstechnik, sondern auch die Technik, mit Mund, Zunge, Lippe, Hände und Mikrofon einzelne Percussion-Instrumente nachzuahmen. Auch die Imitation eines klingenden Kontrabasses war für die Künstler kein Problem. Erst nach einer Zugabe und langanhaltendem Applaus im Stehen ließ das Publikum das Quartett wieder seiner Wege ziehen.

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