Düren - 74 Arbeitsplätze sind gesichert

74 Arbeitsplätze sind gesichert

Von: Jörg Abels
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Die Metsä-Tissue-Spitze um Vorstandschef Hannu Kottonen (l.), Raija Mörö, Michael Päckner (r.) und den Kreuzauer Werksleiter Gero Kronen will im Werk Reflex eine Erfolgsgeschichte schreiben. Foto: Abels

Düren. Der im Juni angekündigte Verkauf eines Teils der Dürener Papierfabrik Zanders-Reflex von M-Real an die ebenfalls zur finnischen Metsäliitto-Gruppe gehörende Metsä Tissue ist seit Mittwoch perfekt.

Für rund zehn Millionen Euro übernimmt Metsä Tissue mit der Papiermaschine 5 nicht nur das Herzstück des Dürener Werks, auf dem künftig innovative Koch- und Backpapiere produziert werden, sondern auch die dazugehörige Infrastruktur und 74 Mitarbeiter. Das sind deutlich mehr als noch vor Monaten erwartet.

Mit dem Standort Düren will der Hygienepapierhersteller, der in Untermaubach Toilettenpapier und Küchenrollen produziert, in Euskirchen Servietten, seine weltweit führende Position auch im Wachstumsmarkt der Kochpergamente und Backpapiere mit der 2009 eingeführten Marke SAGA weiter ausbauen. Raija Mörö, Leiterin des Geschäftsbereichs bei Metsä Tissue, erwartet zweistellige Wachstumsraten in den nächsten Jahren, die die Arbeitsplätze in Düren langfristig sichern sollen.

Der Metsä-Tissue-Vorstandsvorsitzende Hannu Kottonen spricht im Zusammenhang Produktionsverlagerung an die Rur denn auch von einem „entscheidenden Schritt für die Weiterentwicklung” des Unternehmens, und kündigte ein millionenschweres Investitionsprogramm für das Marktsegment an.

Kottonen erklärte, dass Metsä Tissue seit Jahren bereits einen Ersatz für die in die Jahre gekommene Produktion im finnischen Mänttä gesucht hat. Dort wird jetzt eine von zwei Papiermaschinen stillgelegt, 117 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.

Zwischenzeitlich sei sogar die komplette Übernahme des Werks Reflex von M-Real diskutiert worden. Doch das sei zu komplex gewesen, begründete Kottunen den jetzt erfolgten Schritt, ohne in Anbetracht des erhofften Wachstums eine weitere Expansion auch in Düren explizit auszuschließen.

„Die Technologie des Dürener Werks wird uns nachhaltige Qualitätsverbesserungen ermöglichen, aber auch die Entwicklung und Fertigung neuer Produktkategorien”, spricht Raija Mörö von erheblichen Chancen, die der Standort Reflex biete.

Anlaufen soll die Produktion in Düren - jährlich sind rund 20.000 Tonnen geplant - bereits im kommenden März. Bis dahin sollen der Umbau der PM5 und der Technologie-Transfer aus Finnland abgeschlossen sein, so dass auch die strengen Hygiene-Anforderungen bei Produkten mit Lebensmittelkontakt erfüllt werden.

Mit Blick auf die 74 Mitarbeiter, von denen sich viele seit Monaten in Kurzarbeit befinden, will Metsä Tissue so schnell wie möglich die ebenfalls mit der Entscheidung pro Düren angestrebten Synergieeffekte mit den Nachbarwerken sowie dem Zentrallager an der B56 realisieren. In einem Mitarbeiterpool sollen Reflex-Mitarbeiter während der Umbauphase auch in anderen Werken eingesetzt werden, erklärt Michael Päckner, der das Westeuropageschäft des Konzerns verantwortet.

Metsä Tissue hat 2009 mit europaweit 3150 Mitarbeitern einen Umsatz von 890 Millionen Euro erwirtschaftet. Auf die Nische der Koch- und Backpapiere entfielen davon sechs Prozent.

M-Real sprach am Mittwoch davon, nach dem erfolgreichen ersten Schritt das Konzept des Papier-Parks für das Werk Reflex mit weiteren industriellen Partnern weiterverfolgen zu wollen. Zu Details und der Zukunft der übrigen M-Real-Mitarbeiter aber wollte sich Geschäftsführer Heikki Husso auf Nachfrage nicht äußern.
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