730 Kilometer in 29 Stunden

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Bürgermeister Paul Larue (l.)
Bürgermeister Paul Larue (l.) war beeindruckt von dem Engagement des jungen Sportlers. Er beglückwünschte Dominic Micheel (r.) zur großartigen Leistung und dankte auch dessen Vater, Dieter Micheel (2.v.r.), für die aktive Unterstützung des Projekts. Mit ihnen freuen sich die kambodschanische Projektleiterin Sok Chivi (2.v.l) und die Praktikantin Nora Koschorreck.

Düren. Was für eine Leistung! 730 Kilometer legte der 27-jährige Dominic Micheel in 29 Stunden und 27 Minuten nonstop auf dem Fahrrad von Aachen nach Berlin zurück. Das war selbst für den leidenschaftlichen Radfahrer aus Nideggen ein echte Herausforderung.

„Es war sehr anstrengend, und irgendwann hatte ich Probleme mit dem Sitzfleisch. Aber für den guten Zweck wollte ich unbedingt bis zum Ziel durchhalten”, erzählte Micheel.

Die Botschaft ist das Ziel

Sein Ziel war die kambodschanische Botschaft in Berlin und seine Motivation, möglichst viel Geld für sehbehinderte und blinde junge Menschen in Kambodscha zu erradeln. Denn jeder gefahrene Kilometer wurde honoriert. Zwischen einem und 75 Cent pro Kilometer zahlten 50 verschiedene Sponsoren, die der Hobby-Rennradfahrer für seine Initiative gewonnen hatte.

Schirmherr des Entwicklungshilfeprojekts war Bürgermeister Paul Larue, der sich beim Empfang im Rathaus vom bemerkenswerten Engagement des jungen Mannes und dessen Streckenbericht sehr beeindruckt zeigte. „Es ist eine großartige Sache, dass Sie sich für blinde und sehbehinderte Jugendliche in einem fernen Land einsetzen, die eben nicht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen”, lobte Larue.

5000 Euro Gewinn erradelte Dominic Micheel. Das Geld fließt in die Fördereinrichtung „Comped-Home”, ein Berufsbildungsprojekt für blinde und sehbehinderte Jugendliche im kambodschanischen Pnom Penh. Durchgeführt wird es von der Thüringisch-Kambodschanischen Gesellschaft (TGK) in Erfurt in Zusammenarbeit mit dem Berufsförderungswerk Düren (BFW), das eine fachliche Betreuung ermöglicht.

Die Projektleiterin des „Comped-Home”, Sok Chivi, schilderte Bürgermeister Larue, dass gerade Behinderte und Blinde vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt würden und die Diskriminierung dort sehr groß sei. „Es ist ein Unterschied, ob man hier blind ist oder in Kambodscha”, brachte Chivi es auf den Punkt.

Das Projekt bietet jungen Menschen die Chance auf einen Schulabschluss, medizinische Versorgung und die Möglichkeit einer beruflichen Ausbildung. „Damit werden sie unabhängig und müssen nicht betteln gehen”, erläuterte Dominic Micheel.

„Die 5000 Euro werden gebraucht, um ein Jahr lang die Personalkosten zu decken, wie beispielsweise einen Blindenlehrer oder eine pädagogische Fachkraft”, sagte er.

Freiwillige Helfer

Unterstützt wird das Projekt auch von freiwilligen Helfern. So macht die angehende Studentin der Sozialarbeit Nora Koschorreck aus Düren-Lendersdorf demnächst vor Ort ein halbjähriges Praktikum.

Zehn blinde, sehbehinderte und benachteiligte Jugendliche wurden seit Beginn des Projekts im August 2010 im „Comped-Home” bereits aufgenommen. Geplant sind weitere Plätze. „Dafür brauchen wir noch mehr Geld”, sagte Micheel und kündigte an, dass er auch im nächsten Jahr wieder für den guten Zweck Fahrrad fahren will.
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