„72 Stunden“: Viele Jugendliche, viele Ideen

Von: Sandra Kinkel
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Bürgermeister Paul Larue (links) besuchte die Jugendlichen im Roncallihaus im Dürener Süden. Allein aus der Pfarre St. Lukas waren über 30 Kinder und Jugendliche am Wochenende aktiv. Foto: Sandra Kinkel
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Graben, was das Zeug hält: Auch Gartenarbeit war angesagt.

Kreis Düren. „Unsere Kinder waren sofort begeistert. Ess war ihnen wichtig, etwas Gutes zu tun, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Deswegen haben wir uns an der 72-Stunden-Aktion ‚Uns schickt der Himmel‘ beteiligt.“ Renate Simons ist in Langerwehe bei den St.-Sebastianus-Schützen aktiv, sie betreut unter anderem die rund 20 Kinder, die sich hier bei den Jungschützen engagieren.

Und die haben am Samstagmorgen vier Stunden lang den Kirchvorplatz in Langerwehe von Unkraut befreit. „Es hat viel Spaß gemacht, mit anderen zusammen etwas zu tun“, erzählt Yannick Weidner. „Leider sind wir nicht ganz fertig geworden. Es war einfach zu viel Unkraut. Und es war auch ziemlich anstrengend.“

Die Langerweher Jungschützen haben sich in diesem Jahr zum ersten Mal an der 72-Stunden-Aktion beteiligt, zu der wieder der Bund der Katholischen Jugend aufgerufen hatte. Im gesamten Kreis Düren haben fast vierzig Gruppen mitgemacht, im Südkreis waren es immerhin 16 Initiativen, die sich außergewöhnliche Aktionen haben einfallen lassen. „Uns schickt der Himmel“, war die 72-Stunden-Aktion in diesem Jahr überschrieben. Und genau das haben sich die Kinder und Jugendlichen auf die Fahnen geschrieben. „Wir wollten“, erzählt Renate Simons aus Langerwehe, „etwas machen, das allen im Ort zu Gute kommt.“ In Morschenich haben junge Leute, die bei den Schützen, bei der Feuerwehr und Dorfgemeinschaft mitmachen, eine Dokumentation über ihren Ort erstellt, der bekanntermaßen bald dem Tagebau zum Opfer fallen wird.“

Schülerinnen zweier Religionskurse der St.-Angela-Schule wollen Flüchtlingsopfern aus Syrien helfen und unterstützen die Vorbereitungen für die Benefizveranstaltung am Mittwoch in Düren. Schulseelsorger Rudi Hürtgen vom Koordinierungskreis der Aktionstage in Düren: „Die Pfadfinder aus Merzenich haben sich ganz spontan entschlossen, den Flutopfern beim Aufräumen zu helfen. Sie sind am Donnerstagnachmittag in Richtung Magdeburg aufgebrochen. Ohne beispielsweise zu wissen, wo sie schlafen können.“

Erstmals waren die Jugendeinrichtungen der Pfarrgemeinde St. Lukas in diesem Jahr bei der 72-Stunden-Aktion gemeinsam unterwegs. „Wir wollen“, so Martina Schütz-Berg, Leiterin des Papst-Johannes-Hauses, „ein Zeichen setzen, dass diese große Pfarre immer mehr zusammenwächst.“ Die Jugendlichen haben drei Tage lang, Hecken geschnitten, Rasen gemäht, geputzt und kleinere Probleme am Computer gelöst. „Man konnte uns mieten“, schmunzelt „Jo Jo“ Jungbluth (24) aus Düren. „Und wir hätten auch noch viel mehr Aufträge brauchen können.“ Laura Jane (17) aus Vettweiß findet es wichtig, dass junge Leute sich einbringen. „Wir wollen und müssen zeigen, dass wir hilfsbereit sind. Dann motzen die Erwachsenen auch nicht immer so über uns.“

Die Erwachsenen, die die Aktion begleitet haben, berichten allesamt von einer großen Bereitschaft der Jugendlichen, bei der 72-Stunden-Aktion mitzumachen. „Jugendliche wollen wirklich etwas tun“, sagt Martina Schütz-Berg. Und deswegen sei die 72-Stunden-Aktion auch aus einer zweiten Sicht eine tolle Sache. „Zum einen ist die Aktion bewundernswert, weil die Jugendlich selbst sehen, wie viel Spaß es macht, sich für anderen zu engagieren. Zum anderen ist es aber auch gut, dass Erwachsene erkennen, dass es eben sehr wohl sehr viele Jugendliche gibt, die bereit sind, sich für andere zu engagieren. Und zwar ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen.“

Die Schirmherrschaft für die Dürener Jugendlichen, die sich bei der 72-Stunden-Aktion engagiert haben, hatten übrigens die Badmintonspieler vom BC Düren übernommen. Und auch sie haben im Rahmen der Aktion Unmögliches möglich gemacht. Rudi Hürtgen: „Bei unserer Eröffnungsveranstaltung in der Marienkirche haben die Leute vom BC Düren da ein großes Badmintonfeld aufgebaut und mit den Jugendlichen Federball gespielt. Eine coole Aktion.“

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