Düren - 7. Jugendhilfetag nimmt Alleinerziehende ins Blickfeld

7. Jugendhilfetag nimmt Alleinerziehende ins Blickfeld

Von: Fred Schröder
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Die Situation der Alleinerziehenden stand im Mittelpunkt des 7. Dürener Jugendhilfetages, der vom Jugendamt veranstaltet wurde. Foto: ddp

Düren. „Alleinerziehende sind starke Menschen; sie haben schon viel geschafft und brauchen dennoch unsere Hilfe. Denn die ist gelebte Partizipation.” Beim siebten Jugendhilfetag des Jugendamtes Düren standen Alleinerziehende im Fokus.

Nicht unbegründet, wie Professor Dr. Veronika Hammer von der Hochschule Coburg deutlich machte. Denn Alleinerziehende bilden mehr als ein Viertel der Haushalte. Tendenz steigend. In der Stadt Düren, so machte Jugendamtsleiter Manfred Savelsberg zum Auftakt des 7. Jugendhilfetages vor den rund 120 Teilnehmern aus Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Verwaltung deutlich, leben in 9572 Haushalten Kinder. Davon sind 27,9 Prozent Haushalte Alleinerziehender.

Dort setzte die Referentin Professor Hammer an. Rund ein Drittel der Alleinerziehenden geht es gut. Die Professorin verhehlte nicht, dass bei vielen Alleinerziehenden der Wunsch nach neuer Partnerschaft vorhanden ist. Diese Gruppe Alleinerziehender bereite wenig Sorgen.

Das sieht bei zwei Dritteln der Alleinerziehenden ganz anders aus. Sie haben Probleme. Im Beruf (22 Prozent), als ältere Alleinerziehende mit älteren Kindern (21 Prozent) oder mit der Kleinkinderbetreuung, wie 13 Prozent angeben. Die Zahl der Alleinerziehenden ist seit 1996 permanent ansteigend; dabei gibt es in den neuen Bundesländern mehr als in den alten. Rund 75 Prozent der Alleinerziehenden, sagt Hammer, bestreiten den Lebensunterhalt aus Erwerbstätigkeit und rund 30 Prozent aus Transferleistungen wie Arbeitslosengeld, Hartz-IV-Leistungen oder Grundsicherung.

Weiterbildung und Betreuung

Von relativer Armut bedroht sind Alleinerziehende mit geringer schulischer und/oder beruflicher Qualifikation und die, deren Kinderbetreuung problematisch ist. Auch die, deren Berufliche Karriere durch Elternzeit einen Knick erfuhr, sowie Empfänger von Transferleistungen. „Da helfen nur differenzierte Handlungsfelder und stabile Netzwerke”, betonte die Referentin.

Zu den Handlungsfeldern zählt sie Neuorientierung und Weiterbildung, ein umfassendes Konzept zur Kinderbetreuung, aber auch die Sensibilisierung der Arbeitgeber. „Auch von ihnen muss Flexibilität erwartet werden, denn Alleinerziehende sind nicht die Fälle für das Arbeitsamt.” Gefragt ist ein leistungsfähiges Netzwerk, ein Mix an Beratungs- und Hilfsangeboten, das die Alleinerziehenden als Akteure sieht.

Die Bedarfserhebung zur Situation Alleinerziehender in Düren stellten Dr. Kirsten Rüssmann, Stephanie Baum und Timur Ergen von der RWTH Aachen vor. Diese Ergebnisse, die wenig von anderen Erhebungen abweichen, wurden in Workshops analysiert und im Plenum mit Jugendhilfeplanerin Ina Ruick diskutiert.
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