67-jähriger Tierarzt mit Leib und Seele denkt noch lange nicht an Rente

Von: Christoph Hahn
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Auch Praxis-Hund Ginnie muss regelmäßig zur Kontrolle: Tierarzt Detlef Krüger und seine Tochter Kerstin Krüger-Preuß können auf viel Erfahrung im Umgang mit tierischen Patienten bauen. Foto: Christoph Hahn

Lendersdorf. Für Detlef Krüger kommt die Pendlerpauschale nicht in Frage. Denn der Tierarzt aus dem Dürener Stadtteil Lendersdorf braucht bloß eine Treppe hinunter zu gehen, um in seine Praxis zu gelangen.

Katzen, Hunde, Meerschweinchen und andere Kleintiere finden bei dem 67-jährigen Veterinär verständnisvolle Aufnahme. Wie auch das tierische Leben spielen mag: Der gebürtige Berliner weiß Rat.

Rat weiß freilich nicht nur er allein. Für einfache, kurze Kommunikationswege sorgt der Umstand, dass seine Assistentin seine Tochter ist: Kerstin Krüger-Preuß ist den Umgang mit Vierbeinern von Kindesbeinen an gewöhnt.

Freilich ist es nicht die Tochter allein, die in den Behandlungsräumen an der Ardennenstraße für Unterstützung sorgt. Wieselflink (sofern sie nicht ruht) und 20 Monate jung, zeigt Ginnie, Mischlingshündin mit Dackel-, Spitz- und Schäferhund-Anteilen im Blut, in der Praxis Präsenz und sorgt für eine gewisse Wohlfühl-Atmosphäre.

Tierarzt Krüger, der der Pensionsgrenze (die für seinen Berufsstand eh nicht gilt) beharrlich trotzt, bekommt es in seinem Beruf mit der ganzen Bandbreite des tierischen Lebens zu tun. Da kommt die Katzenhilfe vorbei und möchte wild lebende Miezen kastrieren lassen. Ein Artgenosse soll mit einer Impfung gegen Schnupfen und Chinaseuche geschützt werden und so weiter: Katzen und andere Viecher erhalten in Lendersdorf rasche Hilfe.

Gelingen kann das, so Detlef Krüger, nur dann, wenn der Tierarzt in seiner Praxis die eigene Erfahrung ständig auffrischt und sich zudem weiterbildet: „Man muss am Ball bleiben, sonst geht das nicht.” Lust auf Rente hat der Lendersdorfer Veterinär, der eigentlich aus Berlin stammt und seit Anfang 1975 vor Ort ist, absolut nicht: „Ich sehe keinen Grund aufzuhören, weil es mir noch immer jede Menge Spaß macht.”

Spaß macht dem Tierarzt sein Beruf vor allem deshalb, weil er ihm ein hohes Maß an Vielseitigkeit abverlangt: „Wir sind Chirurgen, Gynäkologen und noch viel mehr in einer Person”, definiert Krüger Parallelen zur Humanmedizin. Dabei wartet manche Herausforderung im Operationssaal -Êwobei der Praxisinhaber da durchaus seine Vorlieben hegt: „Ein Kaiserschnitt bei Hunden gehört zu den erhebendsten Arbeiten, die Sie machen können.”

Dann wird gelegentlich schon mal der 16-jährige Enkel mit eingespannt und muss gerade geborene Welpen trocken rubbeln. Ansonsten ist Improvisationstalent gefragt: Im Hause Krüger ist jedenfalls manches T-Shirt zum leck- und kratzsicheren Verbandsstoff umgeschneidert worden.

Aller Liebe zu verschnupften Katzen, lahmenden Schäferhunden und anderen Lebewesen zum Trotz gibt es im Übrigen durchaus Augenblicke, bei denen in dem sonst umgänglichen und freundlichen Chef des Hauses die Zornesröte hochsteigt. Zum Beispiel: „Wenn einer einen Hund kauft und sich nicht überlegt, wie er ihn erzieht und groß kriegt.” Denn das ist für Detlef Krüger Ehrensache: Beim Tierschutz gibt es für ihn keine Kompromisse.
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