Düren - 500 Bürger sind sauer über Sparkassenpläne

500 Bürger sind sauer über Sparkassenpläne

Von: bugi
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Rund 500 Bürger wollen die Schließung der Sparkasse in Birgel abwenden. Foto: Arno Burgi/dpa

Düren. Gegen die Pläne der Sparkasse Düren, ihr SB-Center in Birgel aufzugeben, formiert sich Widerstand. Rund 500 Bürger aus Birgel haben einen Protestbrief der Nachbarschaftshilfe „Findus“ unterzeichnet und fordern die Sparkasse auf, den Beschluss zurückzunehmen.

Protest kommt auch von der SPD. In einem Brief an den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Düren, Uwe Willner, verweisen die Stadtverordnete Margot Biergans und die Kreistagsabgeordnete Ingrid Geistler darauf, dass insbesondere die älteren Bürger aus Birgel auf das SB-Center angewiesen seien.

„80 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe macht kein Online-Banking – weder am PC noch am Smartphone – und ist auf die Bankfiliale oder den SB-Automaten angewiesen“, heißt es dazu im Text, den die 500 Bürger aus Birgel unterzeichnet haben. „Ohne Bank, ohne Post, ohne Arzt, ohne Apotheke, ohne Friseur, fast ohne Bäcker oder sonstige Einkaufsmöglichkeiten und mit schlechter Verkehrsanbindung wird die Situation für ältere Mitbürger immer bedrohlicher. Immerhin ist jeder dritte Bewohner in Birgel älter als 63 Jahre“, steht zudem in dem Schreiben der beiden SPD-Politikerinnen.

Das ist „unredlich“

„Etwaige zu hohe Betriebskosten als Entscheidungshilfe zu benennen, ist unredlich“, schreiben Biergans und Geistler weiter, weil schon das Sparkassengesetz feststelle, dass Gewinnerzielung nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebes sei und eine Sparkasse bei ihrer Arbeit den öffentlichen Auftrag zu beachten habe. Zudem habe die Sparkasse bisher „ihre viel höheren Bearbeitungs- und Produktgebühren damit begründet, dass sie ja einen Versorgungsauftrag habe“.

Biergans und Geistler gehen aber noch einen Schritt weiter und sehen auch das Verhalten der in die Entscheidung eingebundenen Politiker kritisch: Die säßen nämlich in den Verwaltungsräten, „um eigentlich darauf zu achten, dass die Daseins-Vorsorge gewährleistet wird und nicht, um die leeren kommunalen Kassen durch solche unsozialen Umstrukturierungen mit Spenden und Sponsoring zu füllen.“

Birgel ist nicht der einzig betroffene Standort. Die Sparkasse plant zudem die Schließung der Filialen in Mariaweiler und Rödingen sowie die Umwandlung von acht Filialen in reine Selbstbedienungsfilialen (Düren-Nord, Düren-Süd, Merken, Huchem-Stammeln, Koslar, Siersdorf, Stockheim sowie Vossenack). Wie in Birgel sollen auch die SB-Filialen in Hambach, Ameln, Barmen und Kirchberg ganz geschlossen werden. Im Gegenzug will die Sparkasse zusätzliche Filialen zu Beratungscentern ausbauen.

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