50. Geburtstag: Fest im Montessori-Kinderhaus St. Antonius

Von: Sylvia Dietl
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Hubert Cremer (l.), stellvertretender Bürgermeister, Pfarrer Josef Wolff (2.v.l.) Leiterin Ute Vorndran (r.) feierten mit den Kindern das 50-jährige Bestehen des Montessori-Kinderhauses St. Foto: Dietl

Düren. Die vierjährige Isabel hat für den großen Tag ein rosafarbenes Papierherz gebastelt. „Das hängt da oben an der Decke”, berichtete sie stolz und freute sich über den Trubel. Das Montessori-Kinderhaus St. Antonius im Grüngürtel feiert seinen 50. Geburtstag mit einem großen Kindergartenfest.

Begonnen hatte der Festtag in der St.-Antonius-Kirche mit einem Familiengottesdienst, der vom Kindergarten mitgestaltet wurde. Die Kleinen haben ein großes Puzzle aufgestellt, das in seinen Einzelteilen symbolisierte, was für eine Kindergartengemeinschaft bedeutsam ist.

Dazu gehörten Werte wie Geborgenheit, Vertrauen und Freundschaft genauso wie Akteure, zum Beispiel Eltern, pädagogische Mitarbeiter oder die Familie. „Ein schönes Bild, wenn die Teile gut zusammenpassen”, sagte Pfarrer Josef Wolff, „Und eine gute Sache, wenn alle an einem Strang ziehen”.

Ein besonderer „Brandherd”

Dass dies klappt, bewiesen die Organisatoren an diesem Jubiläum. Denn nach dem Gottesdienst wurde in der Einrichtung mit Eltern, Mitarbeitern, Freunden und natürlich den Kindern gefeiert. Es gab eine reichhaltiges Kuchenbuffet und zahlreiche kulinarische Verlockungen.

Auf die Jüngsten warteten Attraktionen wie Kinderschminken, eine spannende Edelsteinsuche oder ein Glücksrad. Bei einer Tombola konnten sie attraktive Preise gewinnen.

Ein besonderer „Brandherd” bildete sich rund um den stellvertretenden Bürgermeister Hubert Cremer, der mit seinem ganz eigenen Feuerwehrauto angerückt war. Ausgeschieden aus dem aktiven Dienst, begeisterte der rote Oldtimer nun die Kinder, als Cremer mit ihnen seine Runden im Grüngürtel drehte.

Auf dem Sinnespfad

Die Besucher konnten auch einen Sinnespfad erproben oder an Sinnesspielen teilnehmen. Dabei lernten sie zentrale Elemente der Montessori-Pädagogik kennen, nach denen sich der Kindergarten ausgerichtet hat.

Entwickelt hat das Konzept schon sehr früh die italienische Ärztin und Reformpädagogin Maria Montessori (1870-1952). Hauptziel ist es, die Selbstständigkeit des Kindes und die zunehmende Unabhängigkeit vom Erwachsenen zu fördern.

„Kinder lernen über die Sinne. Sie begreifen im wahrsten Sinne des Wortes und entwickeln beispielsweise mit vier Jahren schon ihren Tastsinn”, erklärte Ute Vorndran. Sie ist seit fünf Jahren die Leiterin des Kinderhauses und weiß, dass das Lernen über Sinneserfahrungen sehr tiefgreifend und intensiv ist. Im Kreis Düren ist es der einzige Montessori-Kindergarten.

Zurzeit werden dort 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren in zwei Gruppen betreut und gefördert. Zwei Gruppenleiterinnen mit einer Montessori-Zusatzausbildung und fünf weitere Erzieherinnen kümmern sich um die Kinder, die teilweise aus einem größeren Einzugsgebiet kommen. Um die Wahrnehmung und die Geschicklichkeit mit den Kindern zu trainieren, gibt es spezielle Arbeitsmaterialien, allesamt Naturprodukte.

„Die Kinder sollen im freien Spiel damit möglichst viel experimentieren und erforschen können”, sagte Vorndran. Nach diesem pädagogischen Konzept stünden die individuellen Bedürfnisse und Fähigkeiten des Kindes im Vordergrund.

Das Montessori-Haus St. Antonius steht in Trägerschaft zur katholischen Gemeinde St. Lukas. Gebetet wird jeden Morgen, und auch Pfarrer Wolff kommt hin und wieder zu Besuch.

Für die Zukunft wünscht sich die Leiterin einen Ausbau des Kinderhauses, denn der Bedarf wachse. „Eine Krabbelgruppe ist gemeinsam mit den benachbarten Kindergärten in Planung”, erzählte Ute Vorndran. Und sie würde auch gerne einen Kochkurs für Eltern anbieten, sagt sie mit einem Schmunzeln auf den Lippen.
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