33 Personen vorsorglich im Krankenhaus beobachtet

Von: Fred Schröder
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Lendersdorf. Zunächst sah alles nach einem Routineeinsatz aus. „Dachstuhlbrand mit starker Rauchentwicklung” hieß es in dem am Freitag um 17.42 Uhr in der Leitstelle eingegangenen Notruf. Doch der Brand einer Industriehalle auf dem Hüttengelände in Lendersdorf, in dem auch größere Mengen Säure gelagert wurden, entwickelte sich dann doch zu einem der größten Einsätze für Feuerwehr, Polizei, Hilfsdienste und Behörden in den letzten Jahren.

Notarzt untersucht 105 Leute

War nach ersten Aussagen nur von fünf leicht verletzten Feuerwehrleuten die Rede, erhöhte sich die Zahl der untersuchten Personen im Laufe des Abends stetig. Die vorläufige Bilanz der Polizei, die sich erst am Samstagmittag ziehen ließ, spricht von 105 notärztlich kontrollierten Personen und 33, die vorsorglich auf freiwilliger Basis die Nacht über in Krankenhäusern zur Beobachtung blieben. Hinweise auf schwerwiegende Gesundheitsschäden haben sich nach Angaben der Polizei bisher nicht ergeben.

Schon wegen der starken Rauchentwicklung wurden die Anwohner rund um die Hütte durch Lautsprecher- und Radiodurchsagen zur Schließung von Fenstern und Türen aufgefordert. Die anrückende Feuerwehr fand nämlich nicht nur einen brennenden Dachstuhl vor.

In der Halle, in der seit 16 Uhr nicht mehr gearbeitet wurde, lagerten auch tausende Liter säurehaltiger Flüssigkeiten. „Einige Gebinde waren bereits in Brand geraten”, gab Stadtbrandmeister Jürgen Pelzer in einer ersten Analyse bekannt.

Die Feuerwehr löste Großalarm aus. Rund 80 Kräfte bekämpften die Flammen, die gegen 21.30 Uhr gelöscht waren. Die Polizei sperrte den Brandort weiträumig ab. Der Feuerwehr-Messzug aus Stockheim kontrollierte permanent den Schadstoffgehalt der Luft und ein Polizeihubschrauber wurde zur Luftaufklärung eingesetzt.

Da die Messwerte keinen Anlass zur Besorgnis lieferten, wurde auf eine Evakuierung der Anwohner verzichtet. Die mit Schutzanzügen arbeitenden Wehrleute wurden vor Ort dekontaminiert. Im Feuerwehrgerätehaus Lendersdorf wurde eine provisorische Untersuchungsstelle eingerichtet.

Großes Glück hatte ein Feuerwehrmann, der im Korb einer Drehleiter arbeitete. Der Korb brach ab. Die Höhenretter befreiten ihn aus 15 Metern Höhe.

Vorsorglich löste der Leitende Notarzt Dr. Hans Göntgen einen Rettungsdienstlichen Großeinsatz aus, in dessen Rahmen 105 Personen untersucht wurden. Ein Polizeibeamter, vier Anwohner und 20 Feuerwehrleute wurden in Krankenhäusern aufgenommen.

Weitere zehn Personen, darunter auch Mitarbeiter von Ordnungsamt und Hilfsdiensten, suchten in der Nacht die Krankenhäuser auf, acht davon blieben zur Beobachtung.

Die Ermittlungen zur Brandursache an. Das zuständige Kriminalkommissariat wird einen Brandsachverständigen zur Ursachenforschung hinzu ziehen. Mit ersten Ergebnissen wird frühestens am Montagnachmittag zu rechnen sein.
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