28-Jähriger finanziert Kokainsucht mit Internet-Betrug

Von: hp
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Weil ein 28-Jähriger seine Kokainsucht mit Internet-Betrug finanziert hat, ist er jetzt vor dem Dürener Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Symbolbild: dpa

Düren/Langerwehe. Wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 46 Fällen ist ein 28 Jahre alter Mann aus Langerwehe vor dem Dürener Schöffengericht zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Zwischen September 2015 und Januar 2016 bot er über ein Kleinanzeigen-Portal im Internet vornehmlich Werkzeuge und Computerspiele an. Von den Käufern kassierte er Geld, die Waren aber lieferte er nie, weil sie offensichtlich überhaupt nicht existierten. Insgesamt 46 Mal zog er diese Masche durch und richtete einen Gesamtschaden in Höhe von 4709 Euro an. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft sicherte er sich so eine dauerhafte Einnahmequelle, so dass er wegen gewerbsmäßigen Betrugs in besonders schwerem Fall angeklagt wurde.

Vor dem Schöffengericht wurde er ein weiteres Mal wegen Betruges angeklagt, weil er von Anfang 2016 an drei Monate lang von der Job-Com finanzielle Unterstützung kassierte, insgesamt 1294,18 Euro, obwohl er bereits eine neue Festanstellung hatte.

Der Angeklagte legte vor Gericht ein umfangreiches Geständnis ab. Ursache für sein kriminelles Handeln sei seine damalige Kokainabhängigkeit gewesen. Inzwischen habe er eine Therapie gemacht und sei diesbezüglich wieder auf einem guten Weg. Auch beruflich habe er wieder Fuß gefasst, und er plane für eine seriöse Zukunft. Wie ernst er dies meinte, unterstrich seine Verteidigerin, die darauf hinwies, dass der 28-Jährige sich bei allen Geschädigten schriftlich entschuldigt und bereits mit der Wiedergutmachung der Schäden in kleinen Raten – soweit ihm dies möglich sei – begonnen habe.

Da der Angeklagte bereits wegen Betrügereien verurteilt worden war, beantragte der Vertreter der Staatsanwaltschaft eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und vier Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Verteidigerin plädierte auf eine Bewährungsstrafe „unter einem Jahr“. Das Gericht unter Vorsitz von Richterin Christina Lange schloss sich dem Antrag des Staatsanwalts an.

Zu den Bewährungsauflagen gehören die regelmäßige Vorlage von Drogen-Tests sowie der Nachweis zur Teilnahme an einer Drogenberatung.

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