27-Jähriger kandidiert zum zweiten Mal für den Stadtrat

Von: Jörg Abels
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Mit 27 Jahren SPD-Distriktvorsitzender in Mariaweiler: An-dreas Isecke. Foto: ja

Düren. In den Stadt- und Gemeinderäten sind junge Politiker rar. Das ist nichts Neues. Vielerorts klagen vor allem die großen Parteien über fehlenden Nachwuchs. Gleichzeitig machen es die Parteien Neueinsteigern aber auch nicht immer leicht, Fuß zu fassen. Auf den Reservelisten rangieren zumeist die Erfahreneren auf den aussichtsreichsten Plätzen.

Und dennoch gibt es sie noch – junge Menschen, die in die Politik streben, mitgestalten wollen und sich von ersten Rückschlägen auch nicht entmutigen lassen. Ein Beispiel ist Andreas Isecke. Bereits vor vier Jahren kandidierte der Industriemechaniker für die SPD in Mariaweiler für den Stadtrat. Mit seinen damals 23 Jahren war er der jüngste Kandidat in Reihen der vier großen Parteien. Und daran dürfte sich mit Blick auf die anstehende Kommunalwahl im Mai 2014 nicht sehr viel ändern. Mit seinem ebenfalls erst 27-jährigen Koppelkandidaten Andreas Schneider wird er das wohl jüngste Duo in einem städtischen Wahlbezirk bilden.

„Viele Jüngere glauben, dass sie bei älteren Politikern kein Gehör finden“, hat der 27-Jährige festgestellt. Er aber hat andere Erfahrungen gemacht. „Ich habe in den vergangenen Jahren einige Ideen eingebracht und gesehen, dass man doch auch etwas bewirken kann.“ Knackpunkt könnte aber auch sein, dass Jüngere Probleme damit haben, auf andere zuzugehen, plötzlich im Mittelpunkt zu stehen und frei reden zu müssen, glaubt der 27-Jährige. Ihn hat nicht ein Vorbild aus der Familie zur Politik gebracht, sondern die Mitarbeit in der Gewerkschaft, so dass der Weg zur SPD vorgezeichnet war.

Dass der Sprung in den Stadtrat vor vier Jahren nicht auf Anhieb klappte, obwohl ihn, den „Hovener Jong“, nach schnell abgebauter Skepsis der 2012 verstorbene Ex-Bürgermeister Josef Vosen in Mariaweiler an die Hand nahm, hat ihn nicht entmutigt. „Ich hatte damals nur wenig Zeit, mich im Ort bekanntzumachen, und habe trotzdem fünf Prozent dazugewonnen.“ Allerdings betrug der Abstand zur direkt gewählten CDU-Kandidatin immer noch zwölf Prozent. Eine Lücke, die er jetzt schließen will, nein muss, wenn er jüngstes Stadtratsmitglied werden will. Denn wie vor vier Jahren kann der vor Kurzem zum Distriktvorsitzenden gewählte Andreas Isecke wohl nicht auf einen der vorderen Plätze auf der Reserveliste der Stadt-SPD spekulieren. Wieder scheinen die von den Etablierten belegt zu werden, auch wenn die SPD-Fraktion in Düren – wie vielerorts bei den großen Parteien – schon jetzt ein Durchschnittsalter von 58 Jahren aufweist, das nur dank des von den Linken hinzugestoßenen, 25-jährigen Mario Papadopoulos leicht gesunken ist. Die Hoffnung auf einen besseren Listenplatz als den 20. in 2009 (Platz 13 reichte für den Stadtrat) hat Isecke aber noch nicht aufgegeben.

„Es wäre jetzt die Zeit, junge Leute zumindest als Koppelkandidat mit ins Boot zu holen, um sie auf eine eigene Kandidatur in 2018 vorzubereiten“, betont der 27-Jährige. Seine Freunde, sagt er, finden es gut, dass er sich politisch engagiert. Die meisten zumindest. Andere sehen, dass die Freizeit darunter leidet. Doch das akzeptiert Adreas Isecke, der mittlerweile in zahlreichen Vereinen zu Hause ist, um Kontakte zu knüpfen und mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Denn eins will er auf gar keinen Fall: Nur als Vertreter der Jugend verstanden werden.

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