25-jährige Frau von Arbeitskollegen sexuell missbraucht?

Von: hp
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Schwerwiegende Vorwürfe: Eine 25-jährige Frau soll von ihrem 37-jährigen Kollegen bei einer Freizeitmaßnahme für Jugendliche sexuell missbraucht worden sein. Symbolbild: dpa

Heimbach/Düren. Die Spurensuche nach zwei Jahren ist mühsam, aber notwendig. Denn geht es um einen schweren Vorwurf. Auf der Anklagebank des Dürener Schöffengerichts sitzt ein 37-jähriger Diplom-Sozialpädagoge und Sozialarbeiter aus Mönchengladbach. Ihm wird vorgeworfen, am 16. Juni 2013 eine inzwischen 25 Jahre alte Kollegin bei einer Freizeitmaßnahme für Jugendliche sexuell missbraucht zu haben.

Tatort soll der Kleinbus des Mannes gewesen sein, der auf dem Gelände der Ferienhütte in Heimbach parkte. Während zehn Jugendliche und zwei Betreuer in dem alten Haus schliefen, hatten der Angeklagte und seine junge Kollegin in dem mit Matratze und Decken ausgestatteten Fahrzeug übernachtet.

Zuvor war der Abend offenbar recht harmonisch verlaufen. Am Lagerfeuer gab es Gegrilltes und Bier. Nachdem die Jugendlichen zu Bett gegangen waren, ließen die erwachsenen Betreuer den Tag, der am Kletterfelsen in Nideggen begonnen hatte, noch einmal Revue passieren. Dabei kreiste eine Flasche Hochprozentiges, wenngleich die Angaben darüber, wie viel noch in der Flasche war, schwanken.

Ins Rollen kam der Vorfall erst nach mehreren Monaten und einigen Gesprächen mit anderen Kolleginnen und Kollegen. In der besagten Nacht sei sie aufgewacht, so die 25-jährige Zeugin, weil der neben ihr liegende Kollege sie im Intimbereich angefasst und mit einem Finger missbraucht habe. Im Herbst habe sie sich dann einem Vorgesetzten anvertraut. Als der 37-Jährige Kollege auf die schweren Vorwürfe angesprochen wurde, hätte sie ihm handschriftliche Notizen zum Lesen überreicht, in denen sie die Vorfälle aus ihrer Sicht geschildert habe. Der Beschuldigte sei daraufhin geschockt gewesen und habe geweint.

Zum zweiten Verhandlungstag hatte die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank unter anderem drei Zeugen aus dem beruflichen Umfeld geladen, um sich etwa ein besseres Bild von den Persönlichkeiten der beiden Beteiligten machen zu können. Eine 30-jährige Kollegin bestätigte, dass sie in dem im Herbst 2013 wahrgenommenen Spannungsverhältnis vermitteln wollte, zumal es bis dato ein gutes und freundschaftliches Verhältnis gewesen sei.

Selbst in den Sommerferien, also Wochen nach der besagten Nacht, habe dieses eingespielte Dreier-Team harmonisch zusammen gearbeitet. Sie habe das vermeintliche Opfer in verschiedenen psychischen Stadien erlebt, erklärte die 30-Jährige. Sie wolle ihrer Kollegin keine Lüge unterstellen, könne sich aber auch „nicht vorstellen, dass es so war, wie diese das schildert“.

Der vorgesetzte Teamleiter erklärte, die 25-Jährige habe im Oktober 2013 um ein Mitarbeitergespräch gebeten und bei dieser Gelegenheit habe er von den Vorwürfen erfahren.

Nachdem zunächst Stillschweigen vereinbart worden war, habe die junge Frau aber Suizid-Gedanken geäußert, so dass er umgehend die Geschäftsleitung informiert habe. Befragt nach seiner persönlichen Einschätzung der schwerwiegenden Vorwürfe, meinte der Team-Leiter: „Ich habe mir das nicht vorstellen können, kann mir auch nicht vorstellen, dass das Opfer lügt.“

Das Gericht steht also im Moment noch vor einer nicht ganz einfachen Aufgabe. Weitere Zeugen sollen für mehr Klarheit sorgen. Der Prozess wird am Donnerstag, 13. August, fortgesetzt.

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