24 Stunden lang im Sattel bleiben

Von: Christina Handschuhmacher
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Treten für den guten Zweck in
Treten für den guten Zweck in die Pedale: Die Radrennfahrer Ralf Jungherz, Heinrich Johnen, Dieter Hamacher, Roman Jungherz, Gerlinde Johnen, Christian Robbel und Martina Dolfen (v.l.). Foto: Handschuhmacher

Düren. Dieses Radrennen ist keine sonntägliche Spazierfahrt und nichts für Untrainierte: Etwa 500 Höhenmeter gilt es zu überwinden, Steigungen von 17 Prozent warten auf der rund 28 Kilometer langen Strecke. In steilen Abhängen wie der „Fuchsröhre” erreichen die Fahrer Höchstgeschwindigkeiten von 90 Stundenkilometern.

Volle Konzentration ist gefragt, denn nach einer absolvierten Runde kann man nicht verschnaufen; das Rennen dauert 24 Stunden lang.

Dort wo sonst PS-starke Tourenwagen durch die „Grüne Hölle” am Nürburgring kurven, ist die Dürener Gruppe um die Merkener Vereinsradsportler Ralf Jungherz und Heinrich Johnen auf sich gestellt: Fahren so lange die Beine in die Pedale treten können, ist das Motto. Mit einem Achter-Team, zwei Vierer-Teams und zwei Einzelfahrern treten die Dürener am 1. und 2. September am Nürburgring an.

Rund 5000 Radler zieht „Rad am Ring” an, das in diesem Jahr zum zehnten Mal stattfindet. Für die Dürener zählt dabei im wahrsten Sinne des Wortes jeder Kilometer: Etwa 30 Firmen sponsern die Sportler, im vergangenen Jahr kamen so 2900 Euro für das Sozialwerk Dürener Christen zusammen.

In diesem Jahr geht der Erlös an „Carpe Diem”, den Förderverein der onkologischen Station des Dürener Krankenhauses. „Besonders auf den onkologischen Stationen bleiben die Patienten sehr lange. Deshalb versuchen wir, ihnen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen”, sagt die Vorsitzende des Fördervereins, Eva Hellwig. So hat der Förderverein etwa in Markisen für die Balkone, zusätzliche Fernseher und DVD-Player investiert. Aber Eva Hellwig freut sich auch über den „ideellen Wert” der Spende: „Es tut den Patienten gut zu sehen, dass gesunde Menschen an sie denken und sich für sie einsetzen.”

Wie bereitet man sich auf so eine extreme sportliche Herausforderung vor? „Fahren, fahren, fahren”, sagt Heinrich Johnen. Auf Routen, die der am Nürburgring ähneln, haben sie vorab trainiert und auch auf der Strecke in der Eifel schon probeweise in die Pedale getreten. Zwölf Stunden im Sattel sind dabei keine Seltenheit. „Wer zwölf Stunden im Sattel bleiben kann, der schafft auch noch ein paar Stunden mehr”, sagt Ralf Jungherz.

Jungherz tritt als Einzelfahrer bei „Rad am Ring” an und hat ehrgeizige Ziele: „Letztes Jahr habe ich etwa 500 Kilometer geschafft, vielleicht geht in diesem Jahr noch mehr.” 2011 zog ein Hinterraddefekt den 51-Jährigen aus dem Verkehr, nach einer zweistündigen Fahrpause war dann die Luft raus.

Auch Gerlinde Johnen war im vergangenen Jahr schon dabei - auf einem Elektrorad. „Das hat so einen Kick gegeben, jetzt will ich es ohne Motorantrieb schaffen”, sagt die Krankenschwester. Im Achter-Team hat sie den Überblick, wer wann aufs Rad muss und wer zu welcher Zeit ruhen kann. Sollte jemand vom Rad stürzen, genug Krankenschwestern und Ärzte aus dem Dürener Krankenhaus werden vor Ort sein. Gerlinde Johnen hat unter ihren Kollegen kräftig um Mitfahrer geworben.
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