200 Tonnen Beton für eine farbenfrohe Zukunft

Von: Mischa Wyboris
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Kolossaler Krater: Hier rotier
Kolossaler Krater: Hier rotieren jetzt nicht mehr die Walzen der Druckmaschine, sondern die Bauarbeiter. Die erste der drei alten Rotationsanlagen ist bereits abgebaut. In den nächsten Wochen entsteht zunächst das Fundament und dann die neue, 325 Tonnen schwere Maschine selbst. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Was haben zwei Einfamilienhäuser und das Fundament für eine der beiden neuen Druckmaschinen unserer Zeitung gemeinsam? Auf den ersten Blick nicht viel. Dafür aber auf den zweiten: 15 Tonnen Stahl und 200 Tonnen Beton kommen beim Bau von zwei durchschnittlichen Eigenheimen zum Tragen - oder eben bei der Entstehung der neuen Basis für einen Koloss namens „Commander CT”.

Zwei dieser modernen Druckmaschinen, beide jeweils gut 325 Tonnen schwer, sollen künftig die Arbeit der drei alten Rotationsanlagen verrichten, die allmählich in die Jahre gekommen sind. Das Ergebnis kann sich - voraussichtlich im Sommer 2012 - sehen lassen: Dann nämlich soll diese Zeitung mit deutlich mehr Farbseiten und in brillanter Druckqualität erscheinen. „Wir werden allerdings auch inhaltlich neue Akzente setzen”, sagt Chefredakteur Bernd Mathieu. Lokales, Regionales und Service sollen demnächst noch mehr Gewicht bekommen.

Bis es soweit ist, kommt es aber für beide Seiten - Zeitungsmacher und Zeitungsleser - hin und wieder zu Beeinträchtigungen. Bereits im vergangenen Mai ist die erste der drei alten Druckanlagen vom Netz genommen, zerlegt und abtransportiert worden. Seitdem müssen die beiden verbleibenden Maschinen die anstehende Arbeit bewältigen - bis zum Ende des Jahres. Dann soll die erste neue Anlage ans Netz gehen.

All dies geschieht im laufenden Betrieb und hat deshalb auch Auswirkungen auf die aktuelle Berichterstattung. Damit die verbleibenden beiden alten Maschinen das tägliche Druckvolumen auffangen können, muss der Andruck um mehr als eine Stunde auf 21.30 Uhr vorverlegt werden. Das wiederum bedingt einen früheren Redaktionsschluss, der sich auf die aktuelle Berichterstattung auswirkt. „Bei lokalen und politischen Ereignissen kann es in einzelnen Ausgaben zu Beeinträchtigungen kommen - ebenso beim Sport”, sagt Andree Trautmann, derzeitiger Leiter der Zeitungstechnik bei der Druckerei Brimberg und künftiger Betriebsleiter der neuen Euregio Druck GmbH.

So müssten sich beispielsweise Volleyball-Fans von Evivo Düren aufgrund des früheren Andrucks darauf einstellen, dass der entsprechende Spielbericht später als gewohnt erscheinen kann. Auch die Berichterstattung zum späten Freitagsspiel der Fußball-Bundesliga oder von entsprechenden Partien im internationalen Wettbewerb schaffen es nicht in alle Ausgaben. „Die Aktualität zu allem, was die Alemannia betrifft, ist aber weitgehend gewährleistet”, betont Trautmann.

Trotzdem auf dem neuesten Stand

Für die Abonnenten unserer Zeitung sollen die Bauarbeiten im Verlag kein Grund sein, auf die aktuelle Berichterstattung verzichten zu müssen. Bis die Zeitung wieder in gewohntem Umfang erscheint, können Leser, deren Ausgabe von Aktualitätseinbußen betroffen ist, von unserem E-Paper Gebrauch machen - die elektronische Zeitungsvariante, die im Internet abrufbar ist und sich immer auf dem neuesten Stand befindet.

Auf den neuesten Stand soll auch unsere Versandabteilung gebracht werden. Während die Umbauten in der Druckerei seit vielen Wochen auf Hochtouren laufen, hat die Baustelle deshalb jetzt auch die Versandanlagen erreicht. Seit gut zwei Wochen werden hier die sogenannten Versandstraßen auf Vordermann gebracht. „Es nutzt ja nichts, richtig schnelle Druckmaschinen zu haben, wenn der Versand nicht hinterherkommt”, sagt Projektkoordinator Andreas Troßmann. Wo derzeit noch 30.000 Zeitungen pro Stunde verarbeitet und zum Versand vorbereitet werden, sollen es dank moderner Geräte künftig bis zu 45.000 sein. „Wir steigern unsere Kapazität damit um 30 Prozent”, sagt Vertriebsleiter Hans-Jürgen Steffens.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Sind alle Umbaumaßnahmen abgeschlossen, kann der Zeitpunkt des Andrucks wieder deutlich nach hinten verlegt werden, alles Aktuelle vom Abend erreicht den Leser pünktlich am nächsten Tag, und das bunter als je zuvor. Dazu wird auch im Versand von drei auf zwei „Straßen” reduziert - die dennoch leistungsfähiger sind. Derzeit ist eine von drei alten Linien der Versandanlage stillgelegt, in der ersten Dezemberwoche soll die erste neue Linie in Betrieb genommen werden.

Dann arbeiten erstmals eine neue und eine alte „Straße” parallel. „Das ist für uns dann sozusagen Halbzeit”, sagt Steffens. Die umfangreichen Umbauarbeiten im laufenden Betrieb, die Geschäftsführer Andreas Müller einst als „Operation am offenen Herzen” bezeichnet hat, stellt auch die Versandabteilung auf eine har­te Pro­be. „Wir haben auf jeden Fall einen Notfallplan”, versichert Versandleiter Klaus Kotz. Bei allen Wi­drigkeiten: Dass die Zeitung auch weiterhin erscheint und an die Leser ausgeliefert wird, ist auf jeden Fall gesichert.

„Das ist nach wie vor ein sehr ambitioniertes Projekt mit einem sehr ambitionierten Zeitrahmen”, sagt Koordinator Troßmann rund drei Monate nach dem Beginn des Mammut-Projekts. „Die Bauarbeiten im Versand verschärfen natürlich die Situation, aber wir liegen immer noch gut im Zeitplan.”

Der Austausch der Druckmaschinen im laufenden Betrieb

Die erste von drei alten Druckmaschinen ist bereits im Mai abgebaut und stillgelegt worden. Bis Ende des Jahres müssen dann die verbleibenden zwei alten Maschinen die Arbeit von dreien verrichten.

Aus diesem Grund müssen wir unseren Redaktionsschluss derzeit auf 21.30 Uhr vorverlegen. Dadurch ist es uns leider nicht immer möglich, im gewohnten Umfang in allen Ausgaben mit aktuellen Berichten auf die Entwicklungen im Welt-, Sport- und lokalen Geschehen zu reagieren. Die aktuelle Berichterstattung über Alemannia Aachen ist jedoch weiterhin gewährleistet.

Im September wird nach den Umbauarbeiten für das Fundament der Anlage die erste von zwei neuen Maschinen angeliefert und montiert. Im November soll sie ihre Arbeit aufnehmen.

Im Januar 2012 wird die zweite der drei alten Rotationsmaschinen abge-baut. Auch hiernach muss über einen längeren Zeitraum hinweg ein neuer Betontisch für die zweite rund 325 Tonnen wiegende „Commander CT”-Maschine errichtet werden.

Im April 2012 erreicht die zweite neue Druckmaschine den Verlag, die im Juni 2012 die Produktion aufnehmen soll. Im August wird dann die letzte alte Maschine abgebaut.

Für die neuen Maschinen des Typs „Commander CT” ist auch viel neue Technik in der Druckerei nötig. So müssen unter anderem die Klima- und Belüftungstechnik modifiziert sowie neue Wände, Büros und andere Räume gebaut werden.

Bei allen Neuerungen bleibt aber auch etwas beim Alten: Unsere Zeitung erscheint weiterhin im rheinischen Format mit den Seitenmaßen 324 mal 480 Millimeter. Dann allerdings durchweg in Farbe und brillanter Druckqualität.

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