170.000 Euro spurlos verschwunden: Langerweherin vor Gericht

Von: hp
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Düren. Es geht um Geld, eine Menge Geld. Über 100.000 Euro in bar und zwei Sparverträge über 40.000 und 30.000 Euro sind nämlich spurlos verschwunden.

Das Nachsehen hat eine inzwischen 86 Jahre alte Frau, denn sie hatte diese Ersparnisse zwischen 2004 und 2009 offenbar einer Nichte anvertraut. Auf dem Gerichtsflur war zudem zu erfahren, die alte Dame habe ihrer Nichte noch „weitaus mehr Geld anvertraut”, allerdings seien einige Fälle zwischenzeitlich verjährt.

Am Dienstag stand die 53-jährige Nichte der alten Frau als Angeklagte vor dem Dürener Schöffengericht.

Die Staatsanwaltschaft ist laut Anklage davon überzeugt, dass sie sich der Untreue und des Betrugs schuldig gemacht hat. Interessant am Rande: Bei der Angeklagten handelt es sich um die geschiedene Frau eines zwischenzeitlich verstorbenen Rechtsanwaltes, der zu Lebzeiten selbst schlagzeilenträchtig mit der Justiz aneinander geraten war. Heute lebt die Frau von einer bescheidenen Rente.

Für das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Stephan Ebeling war die Bewertung des Falles nicht ganz einfach, denn es gab keine schriftliche Vereinbarung darüber, warum sich die Tante seinerzeit von dem Geld getrennt hatte.

Zwar hieß es in diesem Zusammenhang, damit sollen erforderlichenfalls Pflegekosten bestritten werden, aber vermutlich war die Tante doch zu gutgläubig, als sie 2004 und 2006 rund 100.000 Euro an die Nichte beziehungsweise deren damaligen Ehemann übergab. An Details erinnerte sich die Angeklagte nicht, die dem Vernehmen nach seit Jahren gesundheitlich angeschlagen ist. Allerdings habe sich 2004 und 2006 ihr damaliger Ehemann um das Geld gekümmert. Die beiden Sparverträge im Wert von 70.000 Euro habe sie, nachdem ihre Ehe mit dem Rechtsanwalt gescheitert war, ihrem damaligen Freund übertragen.

Alles in allem stellte sich das ganze Verfahren recht nebulös dar. So berieten Gericht, Staatsanwalt und Verteidiger vorübergehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ehe die Angeklagte sich zu den Verwürfen äußerte. Das Gericht stellte angesichts der Gegebenheiten, unter anderem wegen fehlenden schriftlichen Vereinbarungen zur Verwendung des Geldes, das Verfahren nach Paragraf 153 a der Strafprozessordnung vorläufig ein. Allerdings hat die Angeklagte innerhalb von sechs Monaten 250 Sozialdienststunden zu leisten.
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