16-monatige Haftstrafe nach Überfall auf Senioren

Von: hp
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Düren. Erst Mitte Juli hatte eine 32-jährige Frau aus Düren unter Tränen vor Gericht beteuert, dass sie sich bessern würde. Doch die guten Vorsätze hielten bei der wegen Diebstahls Verurteilten nicht sehr lange.

Schon im September machte sie wieder „lange Finger“ – und wieder waren ausgerechnet zwei ältere und eher wehrlose Menschen ihre Opfer.

Für die Wiederholungstäterin war nun wegen der Tatumstände und der zu erwartenden Strafe das Dürener Schöffengericht zuständig. Die Staatsanwaltschaft hatte die Frau wegen Diebstahls, versuchten Computerbetruges, versuchten Raubes und Körperverletzung angeklagt.

Bei einem älteren Mann, den die Angeklagte flüchtig kannte, klingelte sie am 11. September frühmorgens gegen 4.30 Uhr. Nach durchzechter Nacht, in der sie nach eigenen Angaben Bier und Wein getrunken hatte, bat sie den Mann um eine Zigarette und ein Glas Wasser.

In einem unbeobachteten Augenblick nahm sie eine Geldbörse mit rund 50 Euro an sich und steckte gleichzeitig eine EC-Karte des Mannes mit ein. Damit versuchte sie später am Geldautomaten ihr Glück – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn da sie die dazu gehörende PIN-Nummer nicht eingeben konnte, zog der Automat die Karte ein.

Wieder ist Alkohol im Spiel

Knapp zwei Wochen später, am 24. September, wurde eine 86-jährige Frau aus dem Wohnviertel zum Opfer der Angeklagten. Auch an diesem Tag war offenbar wieder reichlich Alkohol im Spiel, denn als die 32-Jährige um 22.40 Uhr bei der alten Frau klingelte, wollte sie zunächst nur zwei Euro erbetteln, zugleich aber deren Schlüsselbund erbeuten.

Ungeniert forderte sie, wie die Seniorin dem Gericht mitteilte, mehr Geld. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, wurde die alte Frau so sehr geschubst, dass sie samt Rollator stürzte und nicht mehr ohne fremde Hilfe aufstehen konnte. Erst aufgrund ihrer Hilferufe wurden Nachbarn aufmerksam, die die Täterin bis zum Eintreffen der Polizei in Schach hielten.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Peter Lüttgen verurteilte die 32-Jährige zu einer Freiheitsstrafe von 16 Monaten. In dem Verfahren wurde berücksichtigt, dass die Angeklagte eine extrem schwere Kindheit und in der Folge erhebliche Alkoholprobleme hatte. Allerdings sei dies, so der Richter, kein Freibrief, um im späteren Leben Straftaten zu begehen. In die Waagschale warf das Gericht auch die Tatsache, dass das inzwischen 87 Jahre alte Opfer schwere körperliche und seelische Folgeschäden erlitten hat.

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