Düren - 1311 Unterschriften für den Erhalt der Fußgängerbrücke

1311 Unterschriften für den Erhalt der Fußgängerbrücke

Von: Sandra Kinkel
Letzte Aktualisierung:
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Elke Cremer (links) und ihre Mitstreiter haben innerhalb kürzester Zeit 1311 Unterschriften für den Erhalt der Fußgängerbrücke in der Heinz-Emonds-Straße in Langewehe gesammelt. Gestern hat sie die Unterschriftenlisten an Bürgermeister Heinrich Göbbels (2.v.l.) übergeben. Foto: S. Kinkel

Düren. Die Zahl ist beeindruckend, sehr beeindruckend sogar. 1311 Unterschriften haben Elke Cremer und ihre Mitstreiter innerhalb von knapp zwei Wochen in der Töpfergemeinde gesammelt – die Zahl allein würde reichen, um in Langerwehe ein Bürgerbegehren zu starten.

Elke Cremer kämpft für den Erhalt der Fußgängerbrücke an der Heinz-Emonds-Straße. Gegen den geplanten und vom Rat der Gemeinde Langerwehe auch schon beschlossenen Brückenabriss hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Franz-Josef die Unterschriftensammlung initiiert. Am Dienstag hat Bürgermeister Heinrich Göbbels die Unterschriften in Empfang genommen.

Zum Hintergrund: Der Gemeinderat hatte Ende März beschlossen, die Fußgängerbrücke über die Bahnstrecke Aachen-Köln an der Heinz-Emonds-Straße abzureißen – und zwar ersatzlos. Ein Gutachten hatte ergeben, dass die Brücke marode ist. Der Abriss der Brücke kostet 115.000 Euro, eine Sanierung würde 250.000 Euro kosten, Abriss und anschließender Neubau mindestens 500.000 Euro. Damals war die Mehrheit der Ratsmitglieder der Meinung, dass den Bürgern durchaus ein Umweg durch en Ort zuzumuten sei.

Für die Gegner des Abrisses dagegen ist die Brücke an der Heinz-Emonds-Straße eine wichtige Verbindung zwischen den Langerweher Ortsteilen Stütgerloch und Jüngersdorf. Gerade auch Senioren und Schüler würden die Brücke häufig nutzen. „Wir kennen ja auch das Gutachten nicht“, sagt Franz-Josef Cremer. „Und keiner konnte uns bisher genau erklären, warum diese Brücke wirklich abgerissen werden muss.“

„Der Rat hat mit 17 Ja-Stimmen, drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen für den Ersatzlosen Abriss der Brücke gestimmt“, unterstreicht Heinrich Göbbels noch einmal. „Das ist für einen Bürgermeister ein formales Pfund.“

Wie berichtet, haben Bündnis 90/Die Grünen beantragt, eine außerordentliche Ratssitzung einzuberufen, am 28. April, steht die Brücke jetzt erneut auf der Tagesordnung. Heinrich Göbbels: „Es wird vorher ein interfraktionelles Gespräch geben und eine neue Beschlussvorlage, zu der ich aber jetzt noch keine Einzelheiten mitteilen darf. Selbstverständlich werden auch die vielen Unterschriften, die sie gesammelt haben, Gewicht bekommen.“ Eigentlich, so Göbbels weiter, hätte er schon längst die Abrissarbeiten der Brücke ausschreiben müssen. „Das habe ich nicht getan, es soll für alle Seiten ein faires Verfahren sein. Wir warten mit allen weiteren Entscheidungen den Beschluss der Kommunalpolitiker am 28. April ab.“

Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen haben schon jetzt angekündigt, eine geheime Abstimmung zu beantragen. „Ich kann nur sehr schwer einschätzen, wie die erneute Abstimmung ausgehen könnte“, sagt Heinrich Göbbels. „Aber es wird auf jeden Fall am 28. April zu einer Entscheidung kommen.“ Elke Cremer und ihre Mitstreiter werden natürlich auch zu der öffentlichen Sitzung kommen – und damit vielleicht den Druck auf die Kommunalpolitiker noch einmal erhöhen.

„Wir hoffen natürlich“, sagt Elke Cremer, „dass die Entscheidung vom 24. März jetzt gekippt wird.“ Bleibt der Gemeinderat bei seiner Entscheidung und beschließt erneut den ersatzlosen Abriss der Brücke, wollen Elke Gegner und ihre Mitstreiter ernsthaft darüber nachdenken, ein Bürgerbegehren anzustreben. „Wir wollen uns auf jeden Fall alle Möglichkeiten offen halten.“

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