108 Jahre alt: Die älteste Dürenerin feiert am Dienstag Geburtstag

Von: Sandra Kinkel
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Margarete Korf ist die älteste Dürener Bürgerin. Sie wird am Dienstag 108 Jahre alt. Foto: Sandra Kinkel

Düren. „Ich habe immer viel gearbeitet. Und viel Gemüse gegessen. Das ist alles.“ Margarete Korf aus Düren feiert am Dienstag einen ganz besonderen Geburtstag. Sie wird 108 Jahre alt und ist damit Dürens älteste Bürgerin.

„Ich hätte nie gedacht, dass ich so alt werde“, sagt Frau Korf, die am Dienstag im Seniorenheim St. Nikolaus in der Dr.-Overhues-Allee in Düren wohnt. „Aber jetzt ist es eben passiert.“ Insgesamt gibt es zwölf Dürenerinnen und Dürener, die hundert Jahre oder älter sind. Margarete Korf ist mit Abstand die Älteste. „Mich holt keiner ein“, lacht sie. Und das stimmt. Die zweitälteste Dürenerin ist „erst“ 106 Jahre alt.

Margarete Korf ist in Birkesdorf geboren, ihre acht Geschwister sind alle schon gestorben. „Manchmal denke ich, der liebe Gott hat mich vergessen“, schmunzelt die alte Dame. Frau Korf hat als Weberin bei der Firma Kufferath gearbeitet, hier hat sie auch ihren Mann kennen gelernt, 1929 ist Sohn Heinrich geboren, ein Jahr später Tochter Thea. Die Familie hat im Langerweher Ortsteil Schlich gewohnt. „Mein Mann war nebenbei Musiker“, erzählt Frau Korf. „Er hat Trompete gespielt.“ Auf die Frage, welches ihr Lieblingslied gewesen sei, muss Margarete Korf nicht lange überlegen. Sie lächelt wieder, und dann fängt sie an zu singen: „Alle Vögel sind schon da“, die ersten beiden Strophen.

Margarete Korf ist eine fröhliche Frau, daran haben die beiden Weltkriege nichts geändert, die sie erlebt hat. „Warum sollte ich denn frech sein und nicht fröhlich?“, fragt die alte Dame. „Es nützt doch nichts.“

Zu Beginn des Krieges ist Margarete Korf mit ihren beiden Kindern in die Nähe von Berlin evakuiert worden, zwei Jahre später musste sie wieder fliehen, diesmal an die Elbe. Von da aus haben die drei nach dem Krieg zu Fuß den Heimweg nach Schlich angetreten. Frau Korfs Mann war in russischer Kriegsgefangenschaft, 1946 ist er aus Sibirien wieder nach Hause gekommen.

Das Haus der Korfs war zerstört, die Trompete verschwunden. Aber die Familie hat nicht aufgegeben. Sie haben ihr Haus wieder aufgebaut. „Wir hatten einen großen Garten mit Obst und Gemüse, ich hatte ein Schwein, Kaninchen und auch Hühner. Es war viel Arbeit, aber auch sehr schön.“ Eine von Frau Korfs großen Leidenschaften war das Kochen und Backen. „Ich habe bei anderen Leuten auf Hochzeiten gekocht“, erzählt sie. „Und ich konnte sehr gut kochen.“ Jeden Samstag habe sie zudem mindestens einen Kuchen gebacken. „Für sonntags. Das musste immer sein.“

Am Dienstag geht Margarete Korf gerne und regelmäßig in die Kapelle des Seniorenheimes. „Ich freue mich auf meinen Geburtstag“, sagt sie. „Dann kommen die meine Kinder.“ Und vielleicht auch die fünf Enkelkinder und das Urenkelchen. Im Seniorenheim ist jedenfalls alles für eine große Geburtstagsfeier vorbereitet. Für Margarete Korf ist ein Sektfrühstück geplant. „Das ist ja schön“, lächelt die älteste Dürenerin. „Da freue ich mich.“

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