100-Jährige als Baumeisterin der Zukunft

Von: Jörg Abels
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Düren. Wer durch den Dürener Grüngürtel schlendert, stößt zwangsläufig auf die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft. Ganze Straßenzüge östlich der zunächst bebauten Schoellerstraße wurden seit 1913 – anfangs noch unter dem Namen Beamtengenossenschaft – von ihr errichtet.

Vor dem Ersten Weltkrieg vor allem Einfamilienhäuser mit architektonischen Merkmalen des Expressionismus, nach 1930 mit vorherrschendem Funktionalismus. Verbindendes Element ist der rote Ziegelstein.

Schon 1919 wechselte der Name: Als „Siedlungsgenossenschaft für Stadt und Kreis Düren“ begann sie, Mitglieder in allen Schichten der Bevölkerung anzumieten. Heute, im Jahr des 100-jährigen Bestehens, sind es 1958 Mitglieder, erklärt der Vorsitzende Heinz Mannheims. Nach reger Bautätigkeit in den zurückliegenden Jahrzehnten – den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg inbegriffen –, zählt die Genossenschaft aktuell einen Bestand von 256 Häusern mit 1217 Wohnungen, vier gewerblichen Immobilien, 247 Garagen und 88 Pkw-Stellplätzen.

An der Zielsetzung hat sich dabei in all den Jahrzehnten nichts verändert. „Im Mittelpunkt steht auch heute noch die Versorgung der Mitglieder mit bezahlbarem Wohnraum, nicht die Erhöhung der Eigenkapitalquote“, betont Mannheims. Bei einem Quadratmeterpreis zwischen 3,50 und sechs Euro sei die Genossenschaft in der Lage, unterschiedlichste Gruppen zu bedienen, wobei langfristige Mieter bevorzugt werden, aber auch eine ausgewogene Altersstruktur im Stadtteil angestrebt wird. „Wir stehen für eine sozial ausgewogene Entwicklung“, versichert der Vorsitzende.

Das aber ist nicht die einzige Herausforderung, der sich die Wohnungsbaugenossenschaft immer wieder stellen muss. Oberste Priorität hat die altersgerechte und energiesparende Modernisierung des Bestands wie an der Blücherstraße, wo die Genossenschaft bis 2016 rund 15 Millionen Euro investiert, auch in den Einbau von Aufzügen. Das Problem ist dabei nicht nur der „Ensembleschutz im architektonischen Grüngürtel mit seinem roten Spezialziegelstein“, erklärt die Prokuristin Dagmar Runge. „Mit der Modernisierung steigen die Mieten“, spricht Vorstandsmitglied Walter Grehl von einer nicht immer leicht zu beheben Zwickmühle. Jährlich investiert die Genossenschaft rund sechs Millionen Euro, zwei Drittel in die Modernisierung, ein Drittel in die Instandhaltung. „Damit sind wir ein wesentlicher Faktor für die örtlichen Handwerker“, betont Mannheims.

Jetzt aber soll der runde Geburtstag erst einmal ausgiebig gefeiert werden. Und weil die Genossenschaft vor allem den Dürener Osten so nachhaltig geprägt hat, steht das Jubiläumsfest unter dem Motto: „100 Jahre Grüngürtel“. „Wir wollen mit den Anwohnern, der ganzen Stadt und auch Interessierten aus dem Umkreis feiern“, betont Mannheims mit Blick auf das dreitägige Festprogramm (siehe Info).

Bis dahin soll auch der Platz vor dem Genossenschaftsbüro „Grüngürtel 31“ zu einem Ort der Begegnung umgestaltet werden. 15.000 Euro investiert die Genossenschaft in das Projekt.

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